1. Wahlgang
Macron schneidet bei den Parlamentswahlen im Elsass gut ab

Bei den Stichwahlen der Parlamentswahlen treffen Macrons Vertreter nächsten Sonntag achtmal auf Rechts- und fünfmal auf Linkspopulisten und haben sehr gute Chancen.

Peter Schenk
Drucken
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, als er nach der Stimmabgabe bei den französischen Parlamentswahlen am 12. Juni ein Wahllokal in Le Touquet verlässt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, als er nach der Stimmabgabe bei den französischen Parlamentswahlen am 12. Juni ein Wahllokal in Le Touquet verlässt.

Ludovic Marin / EPA

Die Kandidaten des französischen Präsidenten Emmanuel Macron haben es beim ersten Wahlgang der Parlamentswahlen am Sonntag in 13 von 15 elsässischen Wahlkreisen in die Stichwahl geschafft, die am nächsten Sonntag stattfindet. Dieses ausgezeichnete Abschneiden dürfte vor allem auf die geringe Wahlbeteiligung von rund 55 Prozent zurückzuführen sein.

Die ehemalige Ministerin Brigitte Klinkert kam im Raum Colmar für Macron auf 34,6 Prozent, der amtierende Député Olivier Becht in Mulhouse erzielte 40,3 Prozent. 2017 hatte Macron im Elsass sechs Mandate erreicht, die anderen neun gingen an die bürgerlichen Républicains.

Abwärtstrend war kaum zu stoppen

Diesen ist es trotz ihrer lokalen Verankerung nicht gelungen, den Abwärtstrend der Präsidentschaftswahlen zu stoppen. Lediglich zwei amtierende Députés dürfen sich Hoffnungen machen, ihr Mandat zu verteidigen. Bei zwei weiteren im Südelsass dürfte das knapp werden und kaum klappen.

Im Wahlkreis Saint-Louis/Altkirch, der neben Basel liegt, verpasste der bürgerliche Maire von Hegenheim Thomas Zeller mit 17,9 Prozent als Dritter für die Républicains knapp den Einzug in die Stichwahl. Diese bestreiten für Macron Didier Lemaire, der auf 19,7 Prozent kam und Christian Zimmermann, der für den rechtspopulistischen Rassemblement national (RN) 22,4 Prozent erzielte. Weil Lemaire auf die Stimmen etlicher anderer gescheiterter Kandidaten zählen kann, dürfte er die Stichwahl gewinnen.

Nur für Christian Zimmerman (Plakat 5) und Didier Lemaire (Plakat 7) hat es gereicht. Zu sehen sind Wahlplakate für dem erstem Wahlgang der Parlamentswahlen in der Nähe der Mairie von Saint-Louis.

Nur für Christian Zimmerman (Plakat 5) und Didier Lemaire (Plakat 7) hat es gereicht. Zu sehen sind Wahlplakate für dem erstem Wahlgang der Parlamentswahlen in der Nähe der Mairie von Saint-Louis.

Peter Schenk / bz

So kam das Linksbündnis Nupes (Nouvelle Union populaire écologique) auf 12,4 Prozent, Grenzgängerpräsident Johaneck auf 7,5 Prozent, der Regionalist Zoellé auf 5 Prozent und der Macron-Dissident Patrick Striby auf 5,1 Prozent.

Rechtspopulisten so gut wie noch nie

Die Rechtspopulisten des RN haben am Sonntag so gut wie noch nie bei Parlamentswahlen im Elsass abgeschnitten. Acht von ihnen schafften es in die Stichwahl – 2017 war dies nur einem gelungen. Das beste Ergebnis im Elsass holte eine RN-Kandidatin mit 26,2 Prozent im Wahlkreis Thann/Ensisheim, der von den Vogesentälern bis in die Rheinebene reicht. Für ein Mandat im Elsass dürften die Ergebnisse es allerdings nicht reichen.

Jean-Luc Melenchon, Vorsitzender der «NUPES».

Jean-Luc Melenchon, Vorsitzender der «NUPES».

Christophe Petit Tesson / EPA

In den grossen Städten Mulhouse und im Raum Strassburg konnte die linkspopulistische Nupes von Jean-Luc Mélenchon ihre ausgezeichneten Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen bestätigen. In zwei Strassburger Wahlkreisen erzielte es 36,9 beziehungsweise 38,1 Prozent. Insgesamt schaffte es die Linke fünfmal in die Stichwahl. Ob es ihnen aber gelingen wird, ein Mandat zu erringen, ist unsicher.

Für die Regionalisten von Unser Land verliefen die Wahlen enttäuschend. Sie erreichten in der Regel nur um die fünf Prozent und mussten sich auch in Séléstat, wo sie auf ein Mandat gehofft hatten, mit 8,5 Prozent begnügen.