Kita-Fall

Ausnahmezustand in Riehen – «Hysterie ist aber noch keine ausgebrochen»

Kita In den Neumatten in Riehen: Am Freitag spielten keine Kinder vor der Kita.

Kita In den Neumatten in Riehen: Am Freitag spielten keine Kinder vor der Kita.

Die Basler Gemeinde mit dem ersten Corona-Fall ergreift nach der Kita-Schliessung weitere Massnahmen.

Riehen am Freitagvormittag: Keine Wolke trübt den strahlend blauen Himmel, Vögel zwitschern in den Bäumen. Abgesehen von ein paar Journalisten mit Kameras sieht man nur wenige Personen auf der Quartierstrasse vor dem Gebäude der Kita Neumatten.

Vor dem Rauracher-Einkaufszentrum, 300 Meter von der Kita entfernt, unterhalten sich zwei ältere Riehenerinnen, die gleich neben der Kita wohnen. Sie sagen, es sei ungewöhnlich ruhig an diesem Freitag. «Normalerweise fahren hier den ganzen Tag über Leute durch, um Kinder zu bringen oder abzuholen.» Doch seit gestern ist die Kita geschlossen.

Grund für die Schliessung ist der erste bestätigte Corona-Fall in Basel. Die Frau, die sich in Norditalien mit dem Virus infizierte, arbeitete in der Kindertagesstätte in Riehen. Die Kita wurde daher am Donnerstag geschlossen. Rund sechzig Kinder müssen die nächsten zwei Wochen in Quarantäne verbringen. Mit untergebracht ist jeweils ein Elternteil. «Wir schauen jede Situation einzeln an», sagt der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen.

Manchmal könne die Wohnung aufgeteilt werden «oder das gesunde Kind kann für ein paar Tage zu den Grosseltern». In Quarantäne müssen aber nur diejenigen, welche direkten Kontakt mit der erkrankten Kinderbetreuerin hatten.

Mehrere Veranstaltungen sind bereits abgesagt

Weniger ruhig als vor dem Rauracher-Zentrum sieht es auf der Gemeindeverwaltung Riehen aus. Hier sind die Drähte den ganzen Tag lang heiss gelaufen. Gemeindepräsident Hansjörg Wilde sagt aber: «Man kann nicht von Hysterie oder Hektik sprechen.» Die Gemeinde hätte eine Hotline eingerichtet und Informationen auf der Website der Gemeinde publiziert. Mehrere grössere Anlässe wie die «Midnight Sports» wurden bereits abgesagt, das Freizeitzentrum Landauer und die Bibliotheken sind geschlossen.
Noch in Abklärung ist laut Wilde, ob weitere Veranstaltungen, darunter auch ein Fasnachtsanlass, stattfinden können. Andere Kitas in Riehen sind weiterhin geöffnet. «Das hat das Gesundheitsdepartement des Kantons so beschlossen», sagt der Gemeindepräsident.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern oder Geschwister von einem Kind aus der Kita angesteckt würden, das bisher noch gesund ist, sei sehr klein, so der Kantonsarzt. Insofern müssten Eltern auf dem Spielplatz auch keine Angst haben, dass ihr Kind über mehrere Personen hinweg angesteckt werden könnte. 

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