Buchhandlung

Aus «Fontis» wird «Kawaart» – Kunst und Kaffee statt Kirchenliteratur

Büchergestell in einer Buchhandlung (Symbolbild)

Büchergestell in einer Buchhandlung (Symbolbild)

Die Buchhandlung Fontis gibt ihren Basler Standort auf. Im April zieht dort ein Betrieb mit neuem Konzept ein.

Vor zwei Jahren schloss die Traditionsbücherei Narrenschiff für immer ihre Tore, Orell Füssli musste redimensionieren und das «Labyrinth» kämpft ums Überleben. Nun macht auch die christliche Buchhandlung Fontis dicht.

Die früher unter dem Namen «Bibelpanorama» bekannte Buchhandlung zog erst 2014 vom Spalenberg an die Schnabelgasse 8. Nun wird der Laden geschlossen und macht Platz für einen weiteren Café-Betrieb in der Innenstadt. André Bégert, Verwaltungsrat der Fontis AG, welche die Buchhandlung betreibt, sagt: «Der Betrieb ist nicht schlecht gelaufen.» Das Lokal in Basel ist eine von insgesamt neun Fontis-Buchhandlungen in der Schweiz. Die Entscheidung zur Schliessung sei denn laut Bégert auch nicht dem viel beschworenen Niedergang des Buchhandels, sondern den Bedingungen in der Basler Innenstadt geschuldet: «Die Mieten sind horrend. Und dann kommen die in Basel üblichen Vertragslaufzeiten von drei bis fünf Jahren hinzu – das ist einfach nicht mehr zeitgemäss», so Bégert.

Was mit den Räumlichkeiten der Buchhandlung passieren soll, ist bereits bekannt: An der Schnabelgasse soll eine Galerie mit Café-Betrieb entstehen. Ein Baubegehren für kleinere Umbauarbeiten und den gastgewerblichen Betrieb auf Allmend ist bereits eingereicht.

Fontis scheint in Basel vorerst keine Zukunft mehr zu haben: «Wir haben nach einem neuen Lokal gesucht, aber nichts Passendes gefunden», sagt André Bégert. Wer ein Lokal kenne, das sich als Standort für eine Fontis-Buchhandlung eignen würde, solle sich aber melden, sagt er halb scherzend, halb ernst.

Afrikanische Kunst und Zitronencake

Die neuen Mieter des Ladenlokals sind die Kunsthistorikerin Stephanie Ribaud und ihr Geschäftspartner Sébastien Weber. Nicht nur mit dem gastronomischen Zusatz, auch über seine Zielgruppe soll sich der neue Betrieb von anderen Galerien abheben. Laut Stephanie Ribaud soll sich «jedermann» in der Café-Galerie namens «Kawaart» willkommen fühlen: «Man muss keine Angst davor haben, zu uns zu kommen und eine Galerie voller teurer Kunstwerke vorzufinden.» Im «Kawaart» soll es Kunst zu sehen, zu kaufen, aber auch zum Anfassen geben.

Für Ribaud ist es das erste eigene Unternehmen. Mit Kunst beschäftigte sie sich hingegen beruflich bereits als Mitarbeiterin des Museums Rietberg in Zürich. Im «Kawaart» kann die Kundschaft nicht nur afrikanische Kunst erwerben, die vom französischen Sammler Mathieu Barth importiert wird, sondern auch einfach einen Kaffee trinken und dazu ein Stück vom selbst gebackenen Zitronencake kosten.
Verläuft alles nach Plan, sollte das «Kawaart» am 16. Mai eröffnet werden und die dort bestehende Boutiquen-Landschaft ergänzen.

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