AMKB Basel-Stadt
Filzfreie Baustellenkontrollen: Riehener Gemeindepräsident gründet neue Firma

Im Kanton Basel-Stadt startet der Riehener Gemeindepräsident Hansjörg Wilde eine neue Arbeitsmarktkontrolle – ohne die Sozialpartner.

Christian Mensch
Drucken
Hansjörg Wilde, Gemeindepräsident von Riehen, startet eine neue Firma für Arbeitsmarktkontrollen.

Hansjörg Wilde, Gemeindepräsident von Riehen, startet eine neue Firma für Arbeitsmarktkontrollen.

Archivbild: Kenneth Nars

Im Kanton Basel-Stadt startet Hansjörg Wilde eine neue Arbeitsmarktkontrolle ohne Sozialpartner. Hansjörg Wilde ist im Nebenamt Gemeindepräsident von Riehen. Im Hauptamt ist er Gewerbler. Und neu wird er Inhaber einer GmbH für Arbeitsmarktkontrollen im Kanton Basel-Stadt.

Die Firma sei in Gründung, sagt Wilde. Er führt das Projekt als Mandat von acht Paritätischen Kommissionen aus dem Basler Baugewerbe. Die aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzten Kommissionen haben die Gesamtarbeitsverträge ausgehandelt und sind für deren Einhaltung zuständig. In Basel-Stadt haben sie in früheren Jahren die Basler Baustellen-Kontrolle (Basko) beauftragt, die organisatorisch beim Gewerbeverband angesiedelt war. Diese funktionierte am Schluss jedoch nur noch schlecht und recht und war defizitär.

Konflikt mit der Baselbieter AMKB als Auslöser

Als Lösung der Basler Probleme anerbot sich die Baselbieter Arbeitsmarktkontrolle (AMKB), die massgeblich von der Wirtschaftskammer Baselland und der Gewerkschaft Unia geführt wird. Die Unterschriften auf dem Zusammenarbeitsvertrag waren noch nicht richtig trocken, als sich das Zerwürfnis anbahnte. Der Vorwurf: Weder übernahm die AMKB die Basko-Mitarbeitenden, noch wurde auf städtischem Boden eine eigenständige Geschäftsstelle installiert. Manche Vereinbarungen mit den städtischen Partnern wurden nicht verlängert.

Wilde versucht nun eine andere Struktur aufzubauen, die unabhängig von den Sozialpartnern funktionieren soll. Das Geschäftsmodell, so Wilde, gebe es in ähnlicher Form bereits in der Waadt: Die Aufträge zu den Baustellenkontrollen würden von den Paritätischen Kommissionen an seine AMKB Basel-Stadt erteilt. Diese werde nur über eine kleine, koordinierende Geschäftsstelle verfügen. Die eigentlichen Kontrollen würden wiederum an eine Reihe von beauftragten, spezialisierten Treuhändern und Juristen vergeben. Diese seien unabhängig, sodass Gemauschel ausgeschlossen sei.

Was komplizierter klingt als bei der AMKB, die den gesamten Prozess der Baustellenkontrollen verantwortet, soll dennoch besser sein. Die Verfahren seien standardisiert, dass auch bei verteilten Rollen keine Mehrkosten entstünden, sagt Wilde. Zudem werde keine aufwendige Infrastruktur aufgebaut, sondern die Kontrollkapazitäten je nach Auftragslage durch die Paritätischen Kommissionen zugemietet. Die Kommissionen würden schliesslich die finalisierten Berichte der Baustellenkontrollen erhalten und müssten bei allfälligen Verfehlungen Sanktionen ergreifen.

Aktuelle Nachrichten