Skoda

Weit mehr als eine Alternative

Skoda Superb

Skoda Superb

Mit dem Superb setzt Skoda eine Duftmarke - der Konkurrenz bleibt nur das Staunen.

Ein wenig gewachsen ist der Superb aussen, es sind jetzt 4,87 Meter, ein stattlich Mass; früher hätte das für die Oberklasse gereicht. Der Radstand beträgt 2,84 Meter, die Breite 1,86 Meter, das sind zwar nur nackte Zahlen, doch für den Kunden bedeutet das: unendlich viel Platz, da kann auch eine S-Klasse von Mercedes nicht mehr bieten. Dazu: 625 Liter Kofferraum. Noch so ein Mass, das weit besser als bei der Konkurrenz; maximal sind es 1760 Liter, wenn die Rücksitze abgeklappt werden. Und nein, wir sprechen hier nicht von einem Kombi, diese Version des Superb wird dann noch nachgereicht und gehört mit ihrem Ladevolumen dann schon fast zu den Nutzfahrzeugen.

Der Superb ist ein weiteres Produkt aus dem modularen Querbaukasten (MQB) des Volkswagen-Konzerns - und wohl das beste. Er ist ein direkter Konkurrent des VW Passat, doch: es gibt eigentlich keinen einzigen vernünftigen Grund mehr, den Passat zu kaufen. Denn der Superb bietet nicht nur deutlich mehr Raum allerorten - es ist auch deutlich günstiger. Was der VW noch an zusätzlichen Assistenz-Systemen bieten kann, braucht im täglichen Leben eh niemand. Doch auch die anderen Konkurrenten in der gehobenen Mittelklasse, der Ford Mondeo etwa, haben wenig Argumente, die im Vergleich zum tschechischen Modell noch für sie sprechen. Zumal der Skoda ja auch einen hübschen Sprung nach vorn gemacht hat in Sachen Design. Und bei der Verarbeitungsqualität eh auf dem Nveau ist, das der VW-Konzern von seinen Töchtern verlangt.

Skoda Superb

Skoda Superb

Ab 34'700 Franken ist der Superb zu haben. Dafür gibt es dann zwar nur einen 1,4-Liter-Benziner mit 150 PS, das ist nicht die Motorisierung, die man sich für diesen so souveränen Wagen wünscht. Aber schon mit dem 150 PS starken 2-Liter-Diesel, der halt deutlich mehr Drehmoment hat als der Benziner, ist man bestens bedient. Noch besser ist der 190-PS-Diesel, der gerade in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb so etwas wie die Schweizer Traumkombination darstellt. 4,5 Liter auf Kilometern soll der tschechische 1,5-Tonner so konfiguriert verbrauchen, auch das ist ein vorzüglicher Wert.

Aber wie fährt sich der Superb, der auf dem Papier und im Stillstand eine solch gute Figur macht? Auch da: keinerlei Grund für Klagen, es fällt sehr schwer, das Haar in der Suppe zu finden. Wer ein paar Franken mehr investieren will, der erhält ein verstellbares Fahrwerk, das sich der gewünschten Fahrweise anpassen lässt. Und so lässt sich der Superb durchaus sehr sportlich bewegen, falls das gewünscht sein sollte: in der Normalstellung ist er ausgesprochen harmonisch abgestimmt, perfekt für die längere Reise, weil wirklich komfortabel. Auch die Diesel sind schön ruhig, subjektiv wahrgenommen sogar ein paar Dezibel besser als der Passat. Dass die Ergonomie positiv zu loben ist, das kennen wir ja unterdessen aus den vielen MQB-Baureihen - der Superb ist zudem das erste Fahrzeug, bei dem Apple Car Play auch wirklich problemlos funktioniert, ohne zusätzliche Installationen und schwierige Menus. Dass ausgerechnet Skoda das als erster Hersteller schafft, ist schon ein wenig erstaunlich.

Ja, wirklich, ein erstaunliches Fahrzeug, dieser Superb. Und auch wirklich erstaunlich ist, dass der VW-Konzern solches zulässt, denn in erster Linie wird die Hauptmarke des Konzerns, die eh schon unter einer zu geringen Rendite leidet, noch weiter geschwächt. Herr und Frau Schweizer haben das schon bei Skoda Octavia begriffen, der den VW Golf wohl in diesem Jahr als meistverkauftes Auto der Schweiz ablösen wird. Es wird auch wohl auch bei Octavia und dem Passat so sein: das tschechische Produkt hat seine hübsche Nase einfach vorne.

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