Sie machen das ja bestens, die Koreaner von Kia. Beim C’eed machen sie es zwar nicht in Korea, sondern in Zilina in der Slowakei, in einer der modernsten Fertigungsstätten der Welt, die menschliche Fehler quasi ausschliesst, denn der Produktionsprozess ist in einem Masse automatisiert, der durchaus auch erschrecken kann. Doch Kia gibt sieben Jahre Garantie auf den Cee’d, weiterhin das Mass aller Dinge in der Auto-Industrie, da ergibt das Vertrauen in den Roboter wohl Sinn.

Gerade mussten die Computer in Zilina neu programmiert werden, denn Kia hat den Cee’d rundum erneuert. Wir stehen in der Mitte des Lebenszyklus der zweiten Generation, die 2012 vorgestellt worden war, und die Veränderungen beschränken sich optisch auf nur feine Retuschen an der Aussenhaut – so, wie man sich das in letzter Zeit von allen Herstellern gewohnt ist. Wohl am wichtigsten: Es gibt die GT-Anbauteile jetzt auch für das Normalprogramm. Es ist ja nicht so, dass die Koreaner nicht auch auf die R-Line von VW schauen, sehen, dass solches funktioniert, daraus lernen, auch ein Stück vom Kuchen haben wollen. Das Spiel heisst dann GT-Line, und es ist folglich bei Kia nicht überall GT drin, wo auch GT drauf steht. Das geht so weit, dass ein Dreizylinder-Cee’d als GT-Line über zwei fette Auspuff-Endrohre verfügen kann, von denen aber nur eines am Topf hängt. Innen, da wurde auch auf die ganz grosse Kur verzichtet, es wirkt jetzt alles ein bisschen hochwertiger, nobler, neue Farbakzente machen die Fahrgastzelle wohnlicher, und das ist ja das Ziel solcher Überarbeitungen.

Kia Cee’d

Kia Cee’d

Spannender wird es bei den Antrieben. Der bekannte 1,6-Liter-Diesel, den es mit 110 sowie neu 136 PS gibt, wurde überarbeitet, hat in der stärkeren Variante jetzt ein maximales Drehmoment von 285 Nm und kommt in der schwächeren Version auf einen CO2-Ausstoss von noch 94 g/km. Was ein vorbildlicher Wert ist. Doch wichtiger ist wohl, dass es den starken Selbstzünder jetzt auch mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zu kaufen gibt. Diese Antriebskombination hinterliess in einem ersten Fahrversuch einen sehr ausgewogenen Eindruck, das DKG schaltet sowohl schnell wie auch sanft, der Diesel hat sowohl Kraft wie auch seine Ruhe. Wer diesen Antrieb wählt, der macht mit Garantie nichts falsch und wird sein Portemonnaie an der Tankstelle nicht zu heftig belasten.

Ob der neue Dreizylinder-Benziner die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllen kann, das muss sich dafür noch weisen. Klar, Downsizing, das ist auch bei Kia Pflicht – die CO2- und Verbrauchsnormen zwingen die Hersteller zu solch kleinvolumigen Motoren. Die fröhlich drehende und klingende Maschine gibt es mit 100 oder 120 PS, das maximale Drehmoment von 172 Nm zwischen 1500 und 4000U/min zeugt von einem munteren Gesellen – und im Fahrversuch konnte der so angetriebene, 1,4 Tonnen schwere Cee’d denn auch überzeugen.

Aber: Die Realität zeigt, nicht nur bei Kia, sondern auch bei allen anderen Anbietern solcher Downsizing-Maschinen, dass die auf dem Papier so sparsamen Fahrzeuge draussen auf der Strasse einen ziemlich grossen Durst haben. Dies ganz einfach deshalb, weil im wahren Leben mehr Leistung gefordert wird als von einem Computerprogramm. Der Diesel dürfte da besser abschneiden, er ist als Gesamtpaket auch das souveränere Angebot. Aber in der Anschaffung halt etwas teurer. Den fein rundum erneuerten Kia Cee’d gibt es ab 15’950 Franken, als praktischer und hübscher Kombi kostet er 1000 Franken mehr. Für den Dreizylinder-Benziner werden, in einer höheren Ausstattungsvariante, aber schon mindestens 22’750 Franken eingefordert, für den starken Diesel mit dem empfehlenswerten Doppelkupplungsgetriebe sind es dann 25’950 Franken. Die ersten neuen Cee’d sind bereits bei den Schweizer Händlern.