Kein anderes Modell ist so sehr BMW wie der 3er. Die Mittelklasse-Limousine ist der Kern der Marke; nicht nur, weil sie für stetig gute Verkaufszahlen sorgt, sondern vor allem, weil der 3er seit nunmehr 43 Jahren das verkörpert, wofür die Bayrische Marke stehen will: Intelligente Technik, solide Qualität und natürlich die Freude am Fahren.
Die Anforderung an eine Neuauflage des 3ers sind also hoch. Schliesslich muss die Limousine mit der Zeit gehen, alles besser können als der Vorgänger – und darf trotzdem die DNA der langen Tradition nicht verleugnen. Diesbezüglich haben die Designer gute Arbeit geleistet. Auch der neueste Dreier ist auf Anhieb als solcher zu erkennen. Der typische „Hofmeister-Knick“ an der C-Säule ist genauso vorhanden, wie das unverwechselbare Gesicht eines jeden BMW, bestehend aus angedeuteten Rundaugen in den Leuchten und dem Doppelnieren-Kühlergrill. Aber die inzwischen siebte Generation des Klassikers wurde auch deutlich moderner und schärfer. Der Kühler steht stolzer im Wind, die Haube wirkt muskulöser, das Heck entschlossener.

Auf den Punkt

Bei einem BMW soll es aber schliesslich nicht nur um Äusserlichkeiten gehen; es zählen vor allem die inneren Werte. Der jüngste Bayer wurde von Grund auf neu Konstruiert; dabei sparte man mehr als 50 kg Gewicht ein und machte die Karosserie gleichzeitig deutlich stabiler. Das Gewicht wird gleichmässig auf beide Achsen verteilt, womit die Limousine beste Voraussetzungen für die markentypische Fahrfreude besitzt.
Bei der ersten Testfahrt auf kurvigen und nicht immer ebenen portugiesischen Landstrassen gibt sich der neue 3er Mustergültig – und wird den hohen Erwartungen gerecht. Durch die stabilere Karosseriestruktur können Federn und Dämpfer präziser arbeiten; das spürt man vor allem auf schlechtem Untergrund, wo die Limousine sauber federt, ohne ins Wippen zu kommen. Der Wagen fährt sich dadurch sehr souverän und liegt satt auf der Strasse; und das auch schon mit dem im Testwagen verbauten Standart-Fahrwerk ohne die heutzutage verbreiteten, verstellbaren Stossdämpfer. Das zeugt von einer kundigen Hand bei der Abstimmung. Kurvige Strecken meistert der 3er agil und gleichzeitig unaufgeregt, gleichzeitig wirkt er komfortabel und uneingeschränkt langstreckentauglich. Nur die Abrollgeräusche dürften, gerade auf schlechtem Strassenbelag, noch etwas besser weggedämmt sein.

Passgenau sitzen

Im Innenraum bemerkt man vor allem auf den vorderen Sitzen etwas mehr Platz und eine bessere Sicht nach hinten. Die Sitzposition ist gewohnt gut und vielfältig einstellbar – nur bei der Kopfstütze bräuchte es für Grossgewachsene etwas mehr Spielraum.
Was im Innenraum nebst der tadellosen Verarbeitung aber vor allem auffällt: Der neue 3er ist nun komplett digital: Die Instrumente werden nun auf einem Display dargestellt, auf der Mittelkonsole thront das Infotainmentsystem der neuesten Generation mit zahlreichen Online-Funktionen und gewohnt simpler und übersichtlicher Bedienung. Auch das optionale Head-Up-Display spiegelt die wichtigsten Informationen nun noch übersichtlicher in die Frontscheibe.

Um mit der Zeit zu gehen, kann der neue 3er seine Software nun Internetverbindung aktualisieren. Zudem ist er per Smartphone-App erreichbar, wodurch man beispielsweise einen digitalen Fahrzeugschlüssel mit Freunden teilen kann.
Darüber hinaus bietet der 3er natürlich zahlreiche Fahrhilfen, wie zum Beispiel einen aktiven Spurhalteassistenten, Radartempomat oder adaptives LED-Licht mit Laser-Fernlicht.

Feinschliff unter der Haube

Auf den ersten Blick bekannt erscheint zunächst das Motorenangebot. Wenn der neue 3er Anfang März zu den Händlern rollt, ist er zunächst als 320d oder 330i, jeweils mit Hinterradantrieb, oder als 320d xDrive mit Allrad erhältlich.
Der 2-Liter-Benziner mit 258 PS im 330i ist zwar grundsätzlich nicht neu, wurde aber tiefgreifend weiterentwickelt, um das Ansprechverhalten zu verbessern und den Verbrauch zu reduzieren (5,7 l/100km laut Werk); zudem wurde ein Partikelfilter verbaut. Das selbe gilt für den 2-Liter-Diesel im 320d, der nun mit bestenfalls 4,4, l/100 km auskommen will. Alle Motorisierungen erfüllen die neue Euro6d-temp Abgasnorm. Bis auf den 320d verfügen alle Varianten serienmässig über eine 8-Gang-Automatik. Später folgen ein 330d mit Sechszylinder-Diesel und 265 PS, sowie der sportliche M340i mit 360 PS-Benziner und Allradantrieb. Die Preise starten bei 50 500 Franken.