„Jeder fünfte Audi ist ein A4“, sagt Audi-Pressesprecher Christoph Lungwitz. In den vergangenen 25 Jahren verkauften die Ingolstädter rund 7,5 Millionen Stück von ihrem Mittelklassemodell. Kein Auto ist also so wichtig für die Marke, wie der A4.
Während BMW den 3er dieses Jahr komplett neu aufgelegt hat und Mercedes seine C-Klasse schon 2018 einem Facelift unterzogen hatte, mussten sich Audi Kunden noch etwas gedulden. Nun kommt auch beim seit 2015 gebauten A4 der fünften Generation frischer Wind ins Modellportfolio.
Äusserlich macht sich die Modellpflege vor allem durch neu gestaltete Stossfänger bemerkbar; am auffälligsten zeigt sich dies in der Signatur der Tagfahrleuchten, die nun nicht mehr in einem schlanken Band, sondern in scharf gezeichneten Segmenten nach vorne blickt. Dieses Lichtspiel greifen auch die Rückleuchten auf.

Im Innenraum hat sich auch der A4 einer umfangreichen Digitalisierung unterzogen. Um auch die Mittelklasse auf das neueste Technikniveau zu hieven, verschwindet der Dreh-Drückknopf auf dem Getriebetunnel. Dafür lässt sich der Navi-Screen auf der Mittelkonsole nun als Touchscreen bedienen. Allerdings bekommt der A4 keinen zweiten Touchscreen anstelle der klassischen Klima-Bedieneinheit, wie seine grösseren Geschwister A6, A7 und A8. Auch das haptische Feedback, das Eingaben auf dem Touchscreen mit einem „Klick“ bestätig, kommt im A4 nicht zum Einsatz.
Bis auf die neuen Anzeigen wirkt das Cockpit vertraut, hochwertig verarbeitet und übersichtlich.

Vielfältiges Angebot

Weiterhin ist der A4 als Limousine und als Kombi zu haben; dazu gesellen sich der sportliche S4 sowie der Allroad Quattro auf Basis des Kombis mit etwas erhöhter Bodenfreiheit und robusten Schutzbeplankungen rundum. Letzterer ist der Geheimtipp für all jene, die auf hohen Fahrkomfort setzen. Denn das höhergelegte Fahrwerk federt eine Spur feiner, als in den tiefer liegenden Geschwistern. Allen A4 Modellen gemein ist die satte Strassenlage und die gute Geräuschdämmung, vor allem wenn die optionale Akustikverglasung verbaut ist.
Insgesamt stehen für die Schweiz sechs Motorvarianten zur Verfügung. Zwei Vierzylinder-Diesel mit 163 oder 190 PS, ein V6-Diesel mit 231 PS und 500 Nm Drehmoment ab 1750 U/min, sowie drei Vierzylinder-Benziner mit 150, 190 oder 245 PS. Allrad ist beim Benziner der höchsten Leistungsstufe mit dabei, sowie auch bei den beiden stärkeren Diesel; ein Automatikgetriebe ist bei allen Versionen serienmässig. Die Diesel verbrauchen 3,8 bis 5,5 l/100 km, bei den Benzinern sind es 5,5 bis 6,5 l/100 km.

Einen grossen Wechsel gab es unter der Haube des sportlichen S4. Anstelle eines V6-Benzinmotors setzt Audi hier nun auf einen Diesel mit ebenfalls drei Litern Hubraum. Dank Turbolader und zusätzlichem elektrischem Verdichter kommt er auf 347 PS und 700 Nm Drehmoment, womit der Sprint auf 100 km/h in 4,8 Sekunden gelingt. Um dem Diesel einen sportlichen Klang einzuhauchen hat Audi einen Soundgenerator im Abgastrakt integriert. Der klingt leider etwas gar künstlich, lässt sich aber auch deaktivieren. Bei der ersten Testfahrt im Südtirol zeigt der S4, dass auch ein Diesel durchaus sportlich zu Werke gehen kann. Bei gemächlicher Fahrt erstaunt dann aber die Kraftentfaltung des Hightech-Selbstzünders: Trotz Mildhybrid-System und elektrischem Verdichter ist bei tiefen Drehzahlen kaum Kraft vorhanden; das maximale Drehmoment liegt erst bei 2500 Umdrehungen an. So muss der S4 häufig einen oder mehrere Gänge zurückschalten, statt auf der Dieseltypischen Drehmomentwelle surfen zu können. Der V6-Diesel im A4 45 TDI mit 231 PS wirkt hier souveräner.
Die Preise für den neuen A4 starten bei 47 100 Franken; der S4 ist ab 80 000 Franken. Zu den Händlern rollen die neuen A4-Modelle im Herbst.