Fahrberichte

Bescheiden, praktisch und vielseitig

Im Test zeigt der Skoda Kamiq, warum die tschechische Marke so beliebt ist. Und warum ein SUV nicht immer die bessere Lösung ist.

Skoda und die Schweiz verstehen sich gut. Die Marke stellt mit dem Octavia das meistverkaufte Auto des Landes und blickt auf ein äusserst erfolgreiches Jahr 2019 zurück: 24 103 Autos wurden abgesetzt, 25,8% mehr als im Vorjahr.

Gründe für den Erfolg führt das jüngste Modell der Marke einige vor Augen, wobei zuerst das Design des kompakten SUV Kamiq zu nennen ist. Denn in den vergangenen Jahren hat sich die Marke diesbezüglich vom grauen Mäuschen zum selbstbewussten Auftritt gemausert. Der Kamiq fügt sich hier nahtlos in die Familie ein, trägt das Skoda-Logo stolz auf einer ausgeprägten Nase, unterstrichen von einem chromumrandeten Kühlergrill. Klare, scharf gezeichnete Kanten und ausdrucksstarke, zweigeteilte Frontleuchten unterstreichen die Aussage, dass Skoda eben nicht mehr nur günstig und praktisch, sondern eben auch chic und aufregend sein will. Dieser Kompromiss gelingt den Tschechen derzeit gut – was in der Schweiz sichtlich gut ankommt.

Was ebenso auf Anerkennung stösst, ist das Platzangebot. Trotz nur 4,24 Meter Aussenlänge ist der Kamiq hier durchaus grosszügig. Der Kofferraum fasst 400 bis 1395 Liter und selbst auf der Rückbank sitzen Grossgewachsene, ohne den Kopf einziehen zu müssen. Mit hübschem Digital-Cockpit (Option, 570 Franken), passend integriertem Touchscreen-Navi (im Paket mit anderen Optionen für 5380 Franken) und hochwertig verarbeiteten Oberflächen wirkt der Klein-SUV durchaus erwachsen.

Licht und Schatten

Angetrieben wird er von einem passenden 1,0-LIter-Dreizylinder mit 115 PS und 7-Gang-­DSG-Automatik. Im Test verfehlt dieser die Werksangabe von 6,5 l/100 km Benzin um 0,4 l/100 km, wirkt dafür aber ausreichend spritzig und kultiviert. Nicht ganz so überzeugen kann aber das Fahrwerk des ausschliesslich mit Frontantrieb erhältlichen Kamiq. Hinten kommt eine kostengünstige Verbundlenkerachse zum Einsatz. Das ist beim hochbeinigen Kamiq deutlicher zu spüren als beim flacher bauenden Skoda Scala auf derselben Plattform. Insbesondere bei Seitenwind oder beim starken Bremsen kommt Unruhe auf.

Ansonsten gibt sich der Kamiq als fast perfekter Alltagsbegleiter – ab vernünftigen 23040 Franken.

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