E-Auto im Winter
Bitte freiräumen!

Der Wintertest mit dem Porsche Taycan 4S zeigt: E-Autos funktionieren sehr wohl bei Eis und Schnee – wenn alle mitdenken.

Philipp Aeberli
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Kein Durchkommen für den Porsche Taycan 4S.

Kein Durchkommen für den Porsche Taycan 4S.

Bild: pae

Die starken Schneefälle in den letzten Tagen machten den Strassenverkehr bisweilen zur Herausforderung. Einer Herausforderung, welcher sich der Porsche Taycan 4S als durchaus gewachsen erwies. Der Testwagen war mit der optionalen «Performance Batterie Plus» (7930 Franken) ausgestattet, womit ihm 83,7 kWh Energie zur Verfügung stehen. Das reicht auch bei widrigen Bedingungen für rund 300 Kilometer freie Fahrt.

Der schnell und feinfühlig regelnde Allrad, der sich dank zweier unabhängigen Motoren praktisch ohne Verzögerung auf die aktuelle Grip-Situation einstellen kann, sorgt zusammen mit dem tiefen Schwerpunkt und der feinfühligen Lenkung für ein sehr sicheres und souveränes Fahrgefühl – der perfekte Begleiter bei schwierigen Verhältnissen. Zudem bietet der Stromer im Winter Komfortvorteile, da er sich beispielsweise über die Smartphone-App oder über eine programmierbare Zeit vorheizen lässt, ohne dass dafür ein Motor laufen muss. Und die Sorge, dass das Auto morgens nicht anspringen könnte, kennt man als E-Auto-Fahrer ohnehin nicht. Dafür zeigte sich während des Tests, dass bei starkem Schneefall ganz andere Sorgen auftauchen können: Bei der neu eingerichteten Schnellladestation von «Fastned» in der Nähe von Suhr, an welcher der Taycan seinen Akku in nur knapp 23 Minuten auf 80% volladen könnte, hat der Schneeräumdienst nicht mitgedacht. Der Rastplatz war zwar geräumt – jedoch wurde der Schnee direkt vor die Zufahrt zur Ladestation geschoben, die Ladeplätze blieben schneebedeckt und unerreichbar. Leider war das kein Einzelfall – auch bei der Raststätte Würenlos wurden die Ladesäulen, im Gegensatz zu anderen Parkplätzen, nicht freigeräumt. Dank Luftfahrwerk mit «Lift-Funktion» konnte sich der Taycan 4S dort aber den Stecker erkämpfen. Immerhin: Es gibt zahlreiche, wenn auch langsamere, Ausweichmöglichkeiten, die das Navi im mindestens 129100 Franken teuren Porsche zuverlässig findet; auch das Bezahlen funktioniert einwandfrei: Porsche liefert eine Karte mit, die an fast allen öffentlichen Ladestationen akzeptiert wird und rechnet zentral ab; der Kunde erhält damit nur eine Rechnung.

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