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Die Torte gibts bald

Mazda MX-5, 1. Generation

Mazda MX-5, 1. Generation

Den pfiffigen Roadster MX-5 gibt es seit 25 Jahren – das Geschenk macht er sich dann im Herbst gleich selber.

Ab und zu haben auch Autojournalisten einen gewissen Einfluss auf die Automobilhersteller. So auch Bob Hall, der in einem Gespräch mit dem begnadeten Mazda-Ingenieur Kenichi Yamamoto die ersten Umrisse des Mazda MX-5 skizzierte. Damals interessierte sich kein Hersteller mehr für kompakte, leichte Zweisitzer nach dem Vorbild der Roadster aus englischer Produktion der 60er-Jahre. Aber Yamamoto hatte Feuer gefangen, und so entwickelten er und seine Kollegen – teils in der Freizeit – einige Prototypen. Das war 1979; erst fünf Jahre später gab der Konzern offiziell grünes Licht zur Entwicklung des Modells. Wohl auch, weil Yamamoto mittlerweile zum Präsidenten von Mazda aufgestiegen war ...

Das Rennen machte dann das klassische Antriebskonzept – Motor vorne, Antrieb auf die Hinterräder. Yamamoto konnte damals nicht wissen, welch grossartiger Erfolg der MX-5 ab 1989 weltweit werden sollte. Vor allem in den USA, wo der Zweisitzer unter dem Namen Miata verkauft wurde, war die Nachfrage riesig. Inzwischen sind in 25 Jahren fast eine Million MX-5 verkauft worden. Von der Weltproduktion gelangte rund ein Prozent in die Schweiz. Klingt zwar nach wenig, für ein derartiges Nischenmodell ist das aber eine ganz beachtliche Zahl.

Am Grundkonzept hat sich in all den Jahren seit 1989 nichts geändert. Möglichst geringes Gewicht (der erste «Miata» wog unter 1000 Kilogramm), kleiner und einfach zu wartender Motor, Heckantrieb, möglichst kompakte Abmessungen – daran hat sich bis heute nichts geändert. Die aktuelle Variante des MX-5 verfügt maximal über 160 PS, die einem Leergewicht von 1080 kg gegenüberstehen. Im Vergleich zu den Gewichtszunahmen anderer ähnlich lang gebauter Autos ist das: vorbildlich! Und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern – im Gegenteil.

So richtig tief lassen sich die Japaner zwar noch nicht in die Karten blicken, aber einiges konnten wir doch in Erfahrung bringen. Die vierte Generation des MX-5 wird noch im laufenden Jahr vorgestellt werden. Gleich zu Beginn des Jahres 2015 soll die Produktion anlaufen. Und weil Mazda seine Skyactiv-Technologie (Reduzierung des Leergewichts, optimierte Motoren und Getriebe usw.) auch beim Roadster anwenden wird, dürfte der neue MX-5 wiederum sehr leicht werden. Normalerweise sind neue Modelle der Japaner immer etwa 60 bis 80 Kilogramm leichter als der Vorgänger. Das würde bedeuten, dass der Zweisitzer nur gerade 1000 Kilo wiegen würde. Traditionell verzichtet Mazda auf den Einsatz von aufgeladenen Motoren (kleine Ausnahmen wie der Mazda 3 MPS bestätigen auch hier die Regel), was wiederum bedeutet, dass der neue MX-5 wohl kaum mehr als 180 PS leisten wird. Mehr Dampf dürfte es beim Schwestermodell geben, denn die Fiat-Gruppe ist in die Entwicklung des offenen Autos involviert. Mittlerweile scheint aber klar, dass die italienische Version nicht als Alfa, sondern als Fiat und/oder Abart auf den Markt kommen wird. Auch dies im Jahr 2015.

In den letzten 25 Jahren hat sich der Mazda einen hervorragenden Ruf in Sachen Zuverlässigkeit erworben. Gemäss Angaben von Mazda sind derzeit über 75  % aller je gebauten Mazda MX-5 die je gebaut wurden noch in Betrieb. Eine Zahl, wie sie sonst nur von Porsche erreicht wird. Und Mazda hat sich mit dem Modell eine riesige Fangemeinde aufgebaut. Weit über 200 MX-5- und Miata-Clubs wurden seit 1989 weltweit gegründet. Immer neue Weltrekorde zählen fast schon zum Pflichtprogramm der Mitglieder. Zum ersten Mal fuhr der MX-5 im Mai 1993 ins Guinness-Buch der Rekorde. Der Miata Club of America versammelte damals 242 Roadster auf der Rennstrecke von Indianapolis. Im Juni 2013 stellte der MX-5 seinen jüngsten Weltrekord auf, als im niederländischen Lelystad ein Korso aus 683 Mazda MX-5 für einen neuen Eintrag im Guinness-Buch sorgte.

Die kleinen Flitzer sind zwar nicht die ultimativen Fahrmaschinen, aber sie bieten eine Menge Fahrspass auch für Leute, die nicht mit einer dicken Geldbörse gesegnet sind. Das wird sich auch beim neuen Modell nicht ändern.

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