Skoda

Der Underdog an der Spitze

Skoda Superb Combi

Skoda Superb Combi

Mit dem neuen Superb-Kombi macht Škoda einen grossen Schritt nach vorn – in allen Bereichen.

Es ist noch nicht so lange her, haben wir an dieser Stelle die ersten Fahreindrücke der Superb-Limousine zu Papier gebracht. Unser Fazit damals: Das Auto gehört in die Topliga und ist mit seinen Konkurrenten auf Augenhöhe. Und hat einige sogar deutlich überholt. Doch die Limousine wird in der Schweiz einen Marktanteil von etwa 3% erreichen, die anderen 97% werden auf den Kombi entfallen, der bei den Tschechen traditionell mit «C» geschrieben wird.


Nun durften wir also den Kombi, das Raumwunder, erstmals bewegen. Bis zu 1950 Liter packt der Tscheche weg, aber auch wer ihn als Fünfsitzer nutzt, bekommt noch 660 Liter in der Kofferraum. Das allein sind schon hervorragende Werte, aber das Beste am Ganzen ist, dass man im Fond auch noch fürstlich viel Platz hat, wenn der Kofferraum gefüllt wurde. Die Beinfreiheit erstaunt uns immer wieder, der Superb ist – als Kombi erst recht – ein regelrechtes Raumwunder. Und er ist ein echt harter Gegner für die Modelle der anderen Konzernmarken. Denn natürlich ist die Verarbeitung und der Materialmix in letzter Konsequenz nicht so hoch wie bei VW oder Audi. Aber den Abstand muss man mittlerweile mit einer Blattlehre messen.

Skoda Superb Combi

Skoda Superb Combi

Zudem hat der Superb auch alles, was die anderen VWs oder Audis haben. So kann er mit Apple-Geräten zuverlässig kommunizieren, er hat eine feine Ambiente-Beleuchtung und einen riesigen Strauss an Assistenzsystemen im Programm. Klar, viele kosten – wie bei VW oder Audi auch – einen Happen zusätzlich. Aber sie sind lieferbar. Die Zeiten, als Škoda als eine Art «Verdingkind» ein oder zwei Jahre auf die neusten Technikfeatures aus Wolfsburg warten musste, sind endgültig vorbei. Es gibt also eine geballte Ladung Technik für relativ wenig Geld. Der neue Superb Combi ist ab 28'710 Franken zu haben. Doch dieses Modell werden wohl nur ganz wenige bestellen, 125 PS und Handschaltung passen nur bedingt zu diesem Auto. Aber der 1,8 TSI mit 180 PS und DSG dürfte ein Renner werden. Den gibts in der beliebten, mittleren Ausstattungsvariante «Style» ab 38'790 Franken. Das ist eine ziemlich selbstbewusste Ansage.


Wir erinnern uns an den Passat Kombi mit 150 PS leistendem Diesel, den wir vor kurzem im Test hatten. Der hatte einen Testfahrzeugpreis von über 51 000 Franken. Fürs selbe Geld gibts den Combi mit 190-Diesel-PS, der absoluten Top-Ausstattung und Allrad. Wir haben diverse Motorisierungen ausprobiert. Da hat uns der erwähnte 1800er-Benziner besonders gefallen, weil schön laufruhig. Aber auch mit dem schwächeren 2,0-TDI (150 PS) mit Handschaltung ist er ein angenehmes Auto. Wenn auch nicht ganz so spritzig wie der Benziner. Und für all jene, die dem V6-Superb nachtrauern, bieten die Tschechen nun eine Version mit 280 PS aus einem Zweiliter-Vierzylinder. Den konnten wir leider nicht fahren, aber er dürfte den im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 60 kg leichteren Superb Combi ordentlich anschieben. Wie bei anderen Modellen aus dem VW-Konzern ist die Federung in Verbindung mit 4×4 nicht ganz so harmonisch abgestimmt wie bei den Fronttrieblern, störend ist das aber nicht.


Der im Vergleich zum Vorgängermodell um 23 mm gewachsene Škoda rollt angenehm ab, auch ohne das adaptive Fahrwerk. Denn die Grundeinstellung «Comfort» passt perfekt zum mächtigen Tschechen, aber man kann auf Sport schalten und dann etwas weniger Komfort geniessen. Allerdings steht der Gewinn an Sportlichkeit in keinem Verhältnis zum Verlust an Komfort. Unser Fazit: Der Superb Combi ist vielleicht der beste Volkswagen, den es je gab. Und er wird, auch wenn das alle Verantwortlichen geflissentlich verneinen, seinem Organspender – dem Passat Kombi – einige Käufer abjagen.

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