Dies kündigte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) bei seiner Rede zur Lage der Nation in Washington an.

Das Treffen in Singapur war das überhaupt erste Mal, dass ein US-Präsident im Amt mit einem nordkoreanischen Machthaber zusammenkam. In Singapur betonte Kim zwar seine grundsätzliche Bereitschaft zur "kompletten Denuklearisierung", also zur atomaren Abrüstung. Doch gab es keine konkreten Zusagen, bis wann Nordkorea sein Atomwaffenarsenal abrüsten will und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten.

Die Führung des isolierten Landes hat Washington wiederholt vorgeworfen, es zu einer einseitigen Abrüstung zwingen zu wollen. Zuletzt verstärkte Pjöngjang deshalb seine Forderung nach einer Lockerung der internationalen Sanktionen. Dabei führte das stalinistische Land auch eigene Schritte zur Denuklearisierung an, einschliesslich eines Abbaus seines Atomtestgeländes und einer Testeinrichtung für Raketenantriebe.

Kaum noch Raketenstarts

Nordkorea hatte im Sommer zudem die sterblichen Überreste von US-Soldaten aus dem Korea-Krieg (1950-53) übergeben. Die USA und Südkorea setzten ihrerseits gemeinsame grosse Militärmanöver aus. Trump hat aber bisher deutlich gemacht, dass er vorerst an der Politik des maximalen Drucks auf Nordkorea festhalten wolle.

"Unsere Geiseln sind nach Hause gekommen. Nukleartests haben aufgehört, und es hat 15 Monate lang keinen Raketenstart gegeben", sagte Trump. Falls er nicht zum US-Präsidenten gewählt worden wäre, befänden "wir uns heute in einem grösseren Krieg mit Nordkorea mit Millionen von getöteten Menschen", sagte er in seiner Ansprache weiter.

Der US-Präsident räumte allerdings ein, dass in den Verhandlungen mit Pjöngjang "noch viel Arbeit zu tun" sei. Seine Beziehung zu Kim sei jedoch "eine gute".

Die Verhandlungen über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen waren in den vergangenen Monaten immer wieder ins Stocken geraten.