USA

Wegen gewaltsamer Ausschreitungen: Joe Biden sucht mit Hochdruck seinen «Sister Souljah»-Moment

Heikle Aufgabe: Muss sich von gewaltsamen Protestlern distanzieren, ohne seine Basis zu erzürnen: Joe Biden.

Heikle Aufgabe: Muss sich von gewaltsamen Protestlern distanzieren, ohne seine Basis zu erzürnen: Joe Biden.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat steht unter Druck, sich von gewalttätigen Aktivsten zu distanzieren. Vorbild könnte Bill Clinton sein.

Donald Trumps Angriff zum Abschluss des Parteitags der Republikaner war heftig: Kein Amerikaner werde eine Präsidentschaft von Joe Biden «heil» überstehen, sagte Trump. Der Demokrat sei von radikalen Kräften geleitet, die Amerika zerstören wollten.

So falsch diese Aussagen sind, in einem gewissen Segment der Bevölkerung wird sich der Präsident damit Gehör verschaffen – auch weil gewalttätige Ausschreitungen in Städten wie Portland oder Kenosha unter ganz normalen Amerikanern die Angst wecken, dass ein Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung bevorsteht. Die «Black Lives Matter»-Bewegung, die hinter den Massenprotesten steht, büsste bereits vor den Krawallen in der Stadt Kenosha unter den Wählern im wichtigen Swingstate Wisconsin an Zustimmung ein.

Biden will mehr Interviews geben und reisen

Just jetzt hat Biden angekündigt, dass er im September wieder in die umkämpften Bundesstaaten reisen werde, um dort persönlich mit Wählern zu sprechen. «Ich werde nach Wisconsin und Minnesota reisen, und Zeit in Pennsylvania verbringen, und in Arizona», sagte Biden.

© CH Media

Kommentatoren empfehlen ihm, sich bei den Auftritten energisch von Gewalttätern zu distanzieren. Politstrategen sprechen in diesem Zusammenhang von einem «Sister Souljah moment». Im Wahlkampf 1992 distanzierte sich Präsidentschaftskandidat Bill Clinton während eines Auftrittes vor afroamerikanischen Aktivisten von der schwarzen Rapperin Sister Souljah, die in einem Interview zur Ermordung von Weissen aufgerufen hatte. Das Publikum zeigte sich zwar nicht begeistert, die breite Bevölkerung applaudierte Clinton aber. Fünf Monate später gewann der Demokrat die Präsidentschaftswahlen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1