Flugzeugabsturz

Was wissen wir? Fragen und Antworten zum Germanwings-Crash

Grosse Trauer um verstorbene Schüler: Vor dem Joseph-König Gymnasium werden Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Grosse Trauer um verstorbene Schüler: Vor dem Joseph-König Gymnasium werden Kerzen angezündet und Blumen niedergelegt.

Kurz nach 10 Uhr hob Flug 4U-9525 in Barcelona ab – weniger als eine Stunde später stürzte der Airbus von Germanwings in den französischen Alpen ab. Die bisher bekannten Fakten und drängendsten Fragen zum Unglück im Überblick.

Wie stürzte das Flugzeug ab?

Der Airbus A320 mit der Flugnummer 4U-9525 startete leicht verspätet um 10.01 Uhr in Barcelona mit dem Ziel Düsseldorf. Um 10.45 Uhr erreichte die Maschine ihre Reiseflughöhe von rund 12'000 Metern. Schon etwa eine Minute später ging das Flugzeug in einen Sinkflug. Um 10.53 Uhr verschwand die Maschine vom Radar, als sie sich in einer Höhe von nur noch rund 2000 Metern befand. Während des Sinkflugs gab es offenbar keine Kommunikation zwischen der Flugsicherung und der Crew. Die Piloten setzten nach Angaben der französischen Flugaufsicht auch keinen Notruf ab.

Was sind mögliche Unglücksursachen?

Über die Gründe des Absturzes kann man bislang nur spekulieren. Experten vermuten, dass ein Sensorenfehler im Bordcomputer am Ursprung des Unglücks liegt. Der Fall erinnert denn auch an eine Beinahe-Katastrophe mit einem Airbus A321: Im November 2014 war die Maschine auf dem Weg von Bilbao nach München, als Sensoren falsche Daten über den Anstellwinkel lieferten und der Bordcomputer daraufhin einen steilen Sinkflug einleitete. Laut Germanwings-Chef Winkelmann hatte die abgestürzte A320 einen neuen Bordcomputer, der für das Problem nicht anfällig gewesen sein soll, was gegen die Vermutung spricht, dass ein Sensorenfehler vorlag. Die Lufthansa selbst geht beim Absturz von einem Unfall aus.

Wurde die Blackbox gefunden?

Einer der Flugschreiber wurde am Dienstagabend am Absturzort gefunden. Die Blackbox dürfte den Ermittlern Aufschluss geben, wie und warum die Maschine abstürzte. Der Flugschreiber, der die Gespräche der Piloten im Cockpit aufzeichnete, sei zwar stark beschädigt, soll aber dennoch verwertbar sein, heisst es aus Ermittlerkreisen.

Wer war an Bord?

An Bord waren 150 Menschen: 144 Passagiere, zwei Piloten und vier Crewmitglieder. Darunter sollen sich nach noch nicht bestätigten Informationen 67 Deutsche befunden haben. Zu ihnen sollen auch 16 Schüler und zwei Lehrer eines Gymnasiums im westfälischen Haltern zählen, die auf dem Rückweg von einem Schüleraustausch waren. Weiter sollen sich nach Angaben der spanischen Regierung auf der Passagierliste 45 Reisende mit spanischem Nachnamen befunden haben. Noch konnten keine Zahlen bestätigt werden. Das wird wohl auch der Grund sein, weshalb das EDA zuwartet, eine Zahl möglicher Schweizer Opfer bekannt zu geben.

Was bedeutet der Absturz für die Lufthansa?

Für jede Airline ist ein Absturz ein Desaster, die Lufthansa aber profitierte besonders von ihrem Ruf einer sehr sicheren Airline. Das galt auch für ihre Tochter Germanwings: Der Absturz über Frankreich ist der erste Totalverlust eines Flugzeugs. Der letzte tödliche Unfall einer Lufthansa-Maschine geschah vor über 20 Jahren: Im September 1993 starben zwei Menschen beim Absturz einer A320 in Warschau.

Ist auch die Swiss betroffen?

Germanwings ist die Tochtergesellschaft der grössten deutschen Airline Lufthansa. Bekanntlich ist auch die Swiss eine Lufthansa-Tochtergesellschaft. Ob auch die Swiss am Absturz einen Imageverlust erleidet, kann zurzeit nicht bestimmt werden.

Sparen Billig-Airlines wie die Germanwings bei der Sicherheit?

Das Unglücksflugzeug wurde von Airbus im Jahr 1990 ausgeliefert. Es ist also ein eher älteres Flugzeug. Doch laut Swiss-Pilot Peter Schmid spielt das Alter des Flugzeuges keine entscheidende Rolle. «Wichtig ist, dass ein Flugzeug professionell gewartet wird. Und das ist bei Germanwings mit Sicherheit der Fall. Bei der Wartung gelten in der gesamten Lufthansa-Gruppe die höchsten Standards. Dass die Ticketpreise bei Germanwings tendenziell günstiger sind als etwa bei Lufthansa oder der Swiss hat andere Gründe, etwa unteschiedliche Serviceleistungen.», so Schmid im Interview mit der Nordwestschweiz. (sha)

Meistgesehen

Artboard 1