Pandemie

Von drakonisch bis absurd – das sind die härtesten Coronastrafen der Welt

Coronastrafe in Indonesien: Wer keine Maske trägt, muss die Strasse kehren – in einer leuchtend-orangen Weste mit der Aufschrift «Verletzer des Gesundheitsprotokolls».

Coronastrafe in Indonesien: Wer keine Maske trägt, muss die Strasse kehren – in einer leuchtend-orangen Weste mit der Aufschrift «Verletzer des Gesundheitsprotokolls».

Verstösst man in der Schweiz gegen Coronamassnahmen, so sind die Strafen mild. In anderen Regionen der Welt sind die Strafen deutlich härter. Eine Liste, von drakonisch bis absurd.

(dpa/dar) In der Schweiz muss man das Verkehrsmittel verlassen, wenn man keine Maske trägt. Widersetzt man sich, so kann man gebüsst werden. In Deutschland wird mit 150 Euro Busse bestraft, wer im öffentlichen Verkehr keine Maske trägt.

Harmlose Sanktionen also bei Verstössen gegen Coronamassnahmen. In anderen Regionen der Welt sind die Strafen deutlich härter. Eine Liste, von drakonisch bis absurd:

  • Indonesien: Liegestütze in der Öffentlichkeit, die erzwungene Teilnahme an Beerdigungen von Covid-19-Opfern, das öffentliche Singen der Nationalhymne, das Reinigen öffentlicher Räume in einer leuchtend-orangen Weste mit der Aufschrift «Verletzer des Gesundheitsprotokolls» – alles Massnahmen, die auf ein «Public Shaming» des Regelbrechers hinzielen.
  • Ghana: Bürgern drohen zwischen vier und zehn Jahren Gefängnis oder bis zu 60'000 Cedi (knapp 9500 Franken) Strafe, wenn sie ohne Schutzmaske erwischt werden.
  • Thailand: Ein Schweizer und seine einheimische Ehefrau sind zu zwei Monaten Haft verurteilt worden, weil sie nach 22 Uhr vor der Haustür ihre Suppe gegessen haben. Das Problem: Ab 22 Uhr galt damals eine Ausgangssperre, die mittlerweile aufgehoben wurde.
  • Singapur: Ein 40-jähriger Taxifahrer hatte im April in einer Facebook-Gruppe geschrieben, dass wegen des Lockdowns Läden schliessen würden. Obwohl er den Post schon nach 15 Minuten wieder löschte, habe er damit die Leute zu Panikkäufen veranlasst, befand ein Gericht. Das Urteil: vier Monate Haft.
  • Indien: Die Polizei ging zu Beginn der Pandemie mit Schlagstöcken gegen maskenlose Passanten vor. Andere Regelbrecher mussten Kniebeugen machen oder wurden von Beamten mit Helmen in Form des Coronavirus erschreckt. Touristen mussten wegen eines Spaziergangs 500 Mal schreiben: «Ich habe mich nicht an die Ausgangssperre gehalten, und das tut mir sehr leid.»
  • Grossbritannien: Die Regierung hat kürzlich die Bussgelder für Coronaverstösse erhöht: Wer wiederholt gegen die Maskenpflicht in Läden verstösst, muss nun bis zu 3200 Pfund (rund 3850 Franken) berappen – doppelt so viel wie bisher. Veranstalter illegaler Partys müssen gar mit Bussgeldern von bis zu 10'000 Pfund rechnen.
  • Österreich: Im Alpenland stehen bereits bis zu drei Jahre Haft auf die fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Sechs Monate Bewährung und 800 Euro Strafe gab es deshalb schon für eine infizierte 49-Jährige aus Klagenfurt, weil sie ihr Haus verliess. Eine in Tirol lebende Deutsche muss 10'800 Euro zahlen, weil sie trotz Infekts und Quarantäne einkaufen ging und ein Taxi nahm.

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