1. Die Demokraten

Die US-Opposition bewertete den Auftritt Trumps in Helsinki als verheerend. Der Oppositionsführer im US-Senat, Chuck Schumer erklärte, nie in der Geschichte der USA habe ein Präsident einen Widersacher Amerikas in der Art unterstützt, wie es Trump nun mit Putin gemacht habe. «Er stellt sich selber über das Land.»

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff schrieb auf Twitter, Putin werde die Äusserungen Trumps als grünes Licht für eine Einmischung in die bevorstehenden Kongresswahlen im November ansehen, und das sei es auch.

2. Die Republikaner

Auch in Trumps eigener Partei regte sich Unmut. Für den einflussreichen republikanischen Senator John McCain stellte Trumps Auftritt einen «Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Präsidentschaft» dar.

Für Senator Lindsey Graham hat Trump die Chance vertan, eine klare Warnung an Russland zu senden, solche Einmischungen künftig zu unterlassen. Trumps Äusserungen dürften als Schwäche interpretiert werden und mehr Probleme schaffen als sie lösten.

Paul Ryan, Vorsitzender des Repräsentantenhauses, sagte: «Der Präsident muss anerkennen, dass Russland nicht unser Verbündeter ist.» Es gebe keinen Zweifel an der Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016.

Der Republikaner Paul Ryan kritisiert seinen Präsidenten ebenfalls.

Der Republikaner Paul Ryan kritisiert seinen Präsidenten ebenfalls.

Von einem beschämenden Auftritt sprach der republikanische Senator Jeff Flake. Er hätte nie gedacht, dass er jemals den Tag erleben werde, da ein US-Präsident mit einem russischen Präsidenten auf einer Bühne stehe, und die USA für die Aggression Russlands verantwortlich mache.

Trump machte vor allem die Regierung seines Vorgängers Barack Obama, für die Verschlechterung der Beziehungen zu Russland mitverantwortlich. Der frühere CIA-Chef John Brennan sagte, Trumps Äusserungen grenzten an Hochverrat. Sie seien nicht nur idiotisch. Putin habe ihn damit völlig in die Tasche gesteckt. «Republikanische Patrioten: Wo seid ihr?», fragte er.

3. Die amerikanische Bevölkerung

Die Wahrnehmung in der US-Bevölkerung war weitgehend negativ. In hunderten Kommentaren war von «Verrat» die Rede.

Aber auch Prominente melden sich zu Wort. 

4. US-Medien

In den grossen Tageszeitungen schneidet Donald Trump ebenfalls nicht gut ab. Der Auftritt des US-Präsidenten sei ein Kniefall vor Putin.

5. Die Ukraine und ihre Anhänger

Vor dem Treffen hat das Weisse Haus betont, dass sich die USA nicht mit der Annexion der Krim abfinden werden. «Wir erkennen den Versuch Russlands, die Krim zu annektieren, nicht an.»

US-Präsident Donald Trump brachte dies jedoch nicht zur Sprache. Ganz im Gegenteil: Der russische Präsident forderte die USA zu mehr Engagement für eine Friedenslösung im Konflikt in der Ostukraine auf. «Die USA könnten entschlossener sein und die ukrainische Führung dazu bringen, ihre Arbeit zu machen», erläuterte er die Forderung.

Auf Twitter stören sich viele daran, dass Trump die Haltung des Weissen Hauses nicht zum Ausdruck brachte.

Trump rechtfertigt sich

US-Präsident Donald Trump hat sein Auftreten beim Gipfeltreffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin gegen scharfe Kritik aus der heimischen Politik verteidigt. Die beiden grössten Atommächte der Welt könnten sich nicht nur mit der Vergangenheit befassen.

Dies erklärte Trump am Montagabend per Twitter. Vielmehr müssten sie aktuell miteinander zurechtkommen. Es gehe um eine bessere Zukunft.

Zwischenfall bei der Pressekonferenz von Putin und Trump

Zwischenfall bei der Pressekonferenz von Putin und Trump

Kurz bevor die Pressekonferenz von Wladimir Putin und Donald Trump begann, wurde ein Mann von Sicherheitskräften aus dem Raum geführt. Er hielt ein Blatt Papier, worauf er eine Forderung formulierte: "Nuclear weapon ban treaty", Atomwaffenverbotsvertrag.

Putin nutzt Plattform für seine Botschaften

Die Beziehungen zwischen den USA und Russland dürfen nach Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin zudem keine Geisel der Russland-Ermittlungen von US-Sonderermittler Robert Mueller sein. Bei Muellers Untersuchung der mutmasslichen Einmischung Moskaus in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 handele es sich um «innenpolitische Spiele der USA», sagte Putin am Montag dem US-Sender Fox News. Diese «politischen Spiele» dürften keine Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben.

Putin: "Der russische Staat hat sich nie eingemischt"

Putin: «Der russische Staat hat sich nie eingemischt»

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erneut jegliche Einmischung Moskaus bei den US-Wahlen 2016 bestritten. Das sagte er nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Montag in Helsinki. Sowohl Putin als auch Trump haben sich positiv über das Treffen geäussert.

Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste hat sich Russland massiv in den US-Wahlkampf im Jahr 2016 eingemischt. US-Präsident Donald Trump machte bei seinem Gipfel mit Putin am Montag in Helsinki hingegen deutlich, dass er sich die Erkenntnisse seiner eigenen Geheimdienste zu russischen Cyberattacken nicht zu eigen macht. Putin sei in seinem Dementi einer Wahlkampfeinmischung «extrem stark und kraftvoll» gewesen, sagte Trump. (sda/reu/afp/vom)