Raumfahrt

US-Astronauten sind zur ISS gestartet – Trump spricht von «heldenhafter Tat»

Nach knapp neunjähriger Pause sind erstmals wieder Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley hoben am Samstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab.

(sda/dpa) Der planmässig auf 21.22 Uhr MESZ festgesetzte Start mit einer «Falcon 9»-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus verlief erfolgreich. Die Astronauten sind in einer «Crew Dragon»-Raumkapsel zur Internationalen Raumstation unterwegs. Einen Tag später sollen sie an der ISS andocken und rund einen Monat bleiben. Weltweit wurde der Start mit Spannung erwartet.

Der erste Versuch am Mittwoch war wegen schlechter Wetterbedingungen rund eine Viertelstunde vor dem Start abgebrochen worden. Über Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida waren dunkle Wolken zu sehen und es regnete immer wieder leicht, zudem gab es Sorge vor Blitzen. Auch die Wetterbedingungen für den zweiten Startversuch sahen Experten im Vorfeld als nicht ideal an. Falls der Test erneut verschoben werden müsste, wäre ein weiterer Versuch am Sonntag möglich.

Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten «Crew Dragon» – und das erste Mal, dass ein privater Anbieter im Auftrag der Nasa Astronauten befördert. SpaceX wurde gegründet vom Unternehmer Elon Musk und hat bislang nur Fracht zur ISS transportiert.

«Kühne und triumphale Rückkehr zu den Sternen»

Es handle sich um mehr als eine "historische Tat", sagte Trump am Samstag, nachdem er den Start live verfolgt hatte. "Wir haben eine heldenhafte Tat beobachtet." Der Start markiere für die USA die "kühne und triumphale Rückkehr zu den Sternen", sagte Trump weiter. 

Präsident Trump blickt auf die SpaceX-Startrampe.

Präsident Trump blickt auf die SpaceX-Startrampe.

Die kommerzielle Raumfahrt sei die Zukunft, sagte Trump. "Ein neues Zeitalter amerikanischen Ehrgeizes hat jetzt begonnen." Nicht einmal die Schwerkraft könne die USA zurückhalten. "Wir haben etwas kreiert, das den Neid der Welt auf sich zieht, und wir werden bald auf dem Mars landen, und wir werden bald die besten Waffen haben, die man sich in der Geschichte je vorstellen konnte." Mit dem erfolgreichen Start hätten sich die USA "ihren prestigeträchtigen Platz als Anführer der Welt" zurückerobert. "Wir werden eine anhaltende Dominanz der USA im Weltraum sicherstellen."

Trump unterstrich erneut die Pläne seiner Regierung, bis 2024 auch wieder Astronauten zum Mond zu bringen. Ob das zeitlich zu schaffen sein wird, bezweifeln jedoch viele Raumfahrtexperten.

"Heldenhafte Tat!": SpaceX-Rakete zur ISS unterwegs

"Heldenhafte Tat!": SpaceX-Rakete zur ISS unterwegs

Vor neun Jahren flogen zum letzten Mal Astronauten von den USA aus zur internationalen Raumstation. Seitdem ging das nur noch über Russland. Mit Elon Musks Privatunternehmen SpaceX hat es die Nasa am Samstag zum ersten Mal wieder selbst getestet - und war beim zweiten Anlauf erfolgreich.

Projekt immer weiter aufgeschoben

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der Raumfähre «Atlantis» zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego.

Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

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