Türkei

Türkische Opposition fordert Erdogan in der Hauptstadt heraus

Präsidentschaftskandidat Muharrem Ince bei einem Wahlkampfauftritt in Ankara. Ince rief Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem TV-Duell auf.

Präsidentschaftskandidat Muharrem Ince bei einem Wahlkampfauftritt in Ankara. Ince rief Präsident Recep Tayyip Erdogan zu einem TV-Duell auf.

Zwei Tage vor den Wahlen in der Türkei hat die Opposition Präsident Erdogan mit einer Massenkundgebung in der Hauptstadt herausgefordert. Hunderttausende kamen am Freitagabend zum Auftritt des Kandidaten der Republikanischen Volkspartei (CHP), Muharrem Ince.

Dabei forderte Ince den Präsidenten zu einem Fernsehduell auf. "Morgen ist der letzte Abend. Stellen Sie sich mir, wenn Sie den Mut haben", rief Ince an Recep Tayyip Erdogan gerichtet.

In der Türkei finden am Sonntag vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Erdogan geht als Favorit in die Wahl, doch ist offen, ob er in der ersten Runde eine Mehrheit erhält.

In einer der letzten Umfragen kam Erdogan auf 48,2 Prozent vor Ince mit 29,1 Prozent. Andere Meinungsforschungsinstitute erwarten dagegen einen klaren Sieg Erdogans. Allgemein gelten Umfragen in der Türkei als wenig zuverlässig.

Verfehlt Erdogan am Sonntag die absolute Mehrheit muss er am 8. Juli in eine Stichwahl - vermutlich gegen Ince. Dann könnten andere Oppositionsparteien den CHP-Kandidaten gegen Erdogan unterstützen.

Laut Umfragen könnte das Bündnis von Erdogans islamisch-konservativer AKP und der ultrarechten MHP zudem die Mehrheit bei der Parlamentswahl verfehlen.

Am Donnerstag waren bereits hunderttausende Menschen zu einer Massenkundgebung Inces in der westtürkischen Küstenstadt Izmir gekommen. Am Samstag will Ince noch eine Grosskundgebung in Istanbul abhalten. Neben der Präsidentschaftswahl wird auch ein neues Parlament bestimmt.

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