USA

Trump sagt: «Ich fühle mich perfekt!» Sagt er die Wahrheit?

Sagt, er sei gesund: US-Präsident Donald Trump vor dem Weissen Haus.

Sagt, er sei gesund: US-Präsident Donald Trump vor dem Weissen Haus.

US-Präsident Donald Trump will so schnell wie möglich wieder in den Wahlkampf eingreifen. Ob er gesund ist, weiss die amerikanische Öffentlichkeit nicht mit letzter Sicherheit.

Er sei nun frei von Covid-19, erklärte Donald Trump am Freitag während eines extra-langen Auftrittes in der Radiosendung des rechten Moderators Rush Limbaugh. «Ich fühle mich perfekt», und er habe nun auch die anfängliche Heiserkeit in seiner Stimme überwunden. Auch nehme er «keinerlei» Medikamente mehr ein, sagte der Präsident – acht Tage, nachdem er öffentlich bekannt gegeben hatte, dass er positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Allerdings: Diese Eigendiagnose ist mit Vorsicht zu geniessen. Denn in der vergangenen Woche schenkte Trump der amerikanischen Bevölkerung nicht immer reinen Wein ein, wenn er über seine Genesung sprach. So behauptete der Präsident am Donnerstag, eigentlich hätte er keine Medikamente einnehmen müssen, um das Virus in seinem Körper zu besiegen. Am Freitag sagte er dann aber zu seinem Radiofreund Rush: «Mein Zustand war nicht gut. Ich bekam ein Medikament, das mich wieder auf Vordermann brachte.»

Vielleicht spielt es deshalb keine Rolle, was Trump sagt. Wichtiger ist, was er tut. So kündigte er am Donnerstag zwar an, dass er bereits am Wochenende wieder direkt in den Wahlkampf eingreifen wolle – nachdem er in den vergangenen Tagen seinem Herausforderer Joe Biden das Feld in den politisch umkämpften Bundesstaaten hatte überlassen müssen.

Am Freitag aber gab es keine Anzeichen dafür, dass die angekündigten Auftritte in Florida (Samstag) und Pennsylvania (Sonntag) wirklich über die Bühne gehen werden.

Das Weisse Haus schweigt zu Trumps Testergebnissen

Auch herrschte weiterhin Unklarheit darüber, ob Trump wirklich bereits genesen ist. Das Weisse Haus jedenfalls weigerte sich, zu verraten, ob das Resultat des präsidialen Coronatests jetzt negativ ausfalle – und Trump deshalb kein wandelnder Krankheitsherd mehr ist.

Sein Leibarzt Sean Conley hatte zuvor bekanntgegeben, er rechne damit, dass Trump am Samstag als genesen gelten werde. Dafür wären zwei negative Tests notwendig, die im Abstand von mindestens 24 Stunden durchgeführt werden müssen.

Ähnlich verwirrlich ist die Kommunikationsstrategie des Trump-Wahlkampfstabs in der Frage, ob der Präsident an der zweiten Fernsehdebatte mit dem Demokraten Joe Biden teilnehmen werde. In einer ersten Reaktion sagte Trump am Donnerstag: Nein, komme nicht in Frage, er habe «Besseres zu tun» als an einer virtuellen Debatte teilzunehmen.

Dann gab sein Wahlkampfmanager Bill Stepien – der sich auch mit dem Coronavirus angesteckt hat – in einer Stellungnahme bekannt, dass Trump am 15. Oktober stattdessen an einer Wahlkampfveranstaltung teilnehmen werde.

Nächste Debatte soll vor Bürgern stattfinden

Anschliessend forderte der Wahlkampf-Stab eine Verschiebung der geplanten Diskussion, in der ganz normale Wählerinnen und Wähler Fragen an die Kandidaten stellen sollten. Auch diese Sprachregelung überlebte aber bloss nur einige wenige Stunden.

So oder so haben die Organisatoren kein Interesse, die Gesundheit des Publikums oder des technischen Personals zu gefährden. «Die Menschen haben Angst», heisst es seitens des Debatten-Veranstalters. Man habe sich deshalb entschieden zu tun, «was sicher sei». Die dritte und letzte TV-Debatte soll am 22. Oktober über die Bühne gehen, weniger als zwei Wochen vor dem Wahltag.

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