Flugzeugabsturz in Iran

Triebwerke haben versagt: Ukrainisches Passagierflugzeug in Teheran abgestürzt – alle 173 Insassen tot

Passagiermaschine nahe Teheran abgestürzt: Alle Insassen tot

Die Maschine der Ukraine International Airlines war von Teheran nach Kiew unterwegs.

Inmitten der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stürzt nahe Teheran ein Passagierflugzeug ab. Wie die ukrainische Botschaft in Teheran bestätigt, sei der Vorfall nicht mit dem Iran-Konflikt in Verbindung zu bringen

Eine ukrainische Passagiermaschine ist am Mittwochmorgen in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. Ein Sprecher sagte am Mittwochmorgen im iranischen Staatsfernsehen, es seien alle 173 Passagiere und Crewmitglieder getötet worden.

Nach dem Absturz der Boeing 737-800 hatte die iranische Nachrichtenagentur Insa zunächst von 180 Insassen berichtet. Unter den Toten sollen drei deutsche Staatsbürger gewesen sein. Das teilte der ukrainische Aussenminister Wadim Pristaiko am Mittwoch via Twitter mit.

Russischen Medien zufolge war die Maschine von Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab.

Die iranische Luftfahrtbehörde führte den Crash auf einen technischen Defekt zurück, wie der iranische Nachrichtensender Chabar unter Berufung auf einen Sprecher der Behörde berichtete. Diese Version bestätigte am Mittwoch Vormittag auch die ukrainische Botschaft in Teheran. Das Unglück sei ausdrücklich nicht mit dem Iran-Konflikt zwischen dem Iran und den USA in Verbindung zu bringen. Wie die Botschaft mitteilt, hätten die Triebwerke der Boeing 737-800 versagt.

Unter den 173 Opfern befanden sich 82 Iraner, 63 Kanadier, 11 Ukrainer, 10 Schweden, 4 Afghanen, 3 Deutsche und 3 Briten. Die Aussendepartemente der betroffenen Länder bestätigten diese Zahlen.

Quelle: BBC Persian Service

Boeing reagierte kurz nach dem Absturz mit einem Tweet: «Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen.»

Die um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 08.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge «wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen» nicht mehr operieren, hiess es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben. Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag.

Zwar hatten örtliche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden, die US-Stützpunkte im Irak zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der Iran und die USA hatten sich seit Tagen mit martialischen Drohungen überzogen und jeweils drastische Reaktionen auf aggressives Handeln der Gegenseite in Aussicht gestellt.

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