Brexit

Theresa May hat einen schlechten Deal ausgehandelt

Premierministerin Theresa May am Brexit-Sondergipfel in Brüssel.Sean Gallup/Getty

Premierministerin Theresa May am Brexit-Sondergipfel in Brüssel.Sean Gallup/Getty

Nach monatelangem Verhandlungskrieg steht der Brexit-Deal. Einen besseren als der aktuelle wird es nicht geben. Der Kommentar.

Theresa May hat es geschafft: Nach 19 Monaten Verhandlungskrieg mit der EU hat die britische Premierministerin ihren Brexit-Deal in der Tasche. Mit dem Sondertreffen in Brüssel ermöglichen ihr die EU-Staats- und Regierungschefs einen Abschied in Würde. Ist es ein guter Deal, den May da ausgehandelt hat? Natürlich nicht. Grossbritannien wird während Jahren Passivmitglied der EU bleiben. Es wird EU-Regeln übernehmen und weiterhin ins Budget einzahlen müssen, ohne mitreden zu dürfen. «Die Kontrolle zurückholen», wie es die Brexiteers versprochen haben, sieht anders aus.

Aber der Brexit war auch von Anfang an ein schwieriges Unterfangen. Die Briten haben sich entschieden, ein während Jahrzehnten gewachsenes Beziehungsgeflecht mit der EU zu zerschlagen. Und das wegen ein paar tausend polnischer Einwanderer und eines überhöhten Verständnisses nationaler Souveränität. Am Schluss dieses Projekts wird Grossbritannien weniger Gewicht in der Welt haben.

Aber auch auf der anderen Seite des Ärmelkanals wird es bloss Verlierer geben. Die EU verliert nicht nur zum ersten Mal ein Mitglied überhaupt, sondern eines, das so viel wirtschaftliches Gewicht auf die Waage bringt wie die 19 kleinsten EU-Staaten zusammen.

Soft Brexit? Hard Brexit? Unter den EU-Staaten grassiert die «Brexit Fatigue». Alle wollen, dass es einfach vorbei ist. Einen besseren Deal als der aktuelle wird es nicht geben. Jetzt liegt die Entscheidung beim britischen Parlament. Und auch die Verantwortung.

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Autor

Remo Hess

Remo Hess

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