Corona-Virus

So versuchen die anderen Staaten ihre taumelnde Wirtschaft zu stützen

Die USA stellen 1000 Milliarden für das Hilfspaket zur Verfügung.

Die USA stellen 1000 Milliarden für das Hilfspaket zur Verfügung.

Wegen der Corona-Krise schnüren betroffene Staaten milliardenschwere Hilfspakete. US-Präsident Donald Trump will eine Billion Dollar zur Verfügung stellen.

USA: 1000 Dollar für Jeden, 1000 Milliarden total

Der amerikanische Präsident Donald Trump plant das gewaltigste Wirtschaftspaket von allen: 1000 Milliarden Dollar will die US-Regierung lockermachen, um die Wirtschaft zumindest einigermassen am Laufen zu halten und die drohende Krise so weit es geht abzumildern. Hotels und Airlines wird es wohl besonders hart treffen – allein die Fluglinien sollen 50 Milliarden Dollar bekommen. Aber auch Privatpersonen sollen nicht leer ausgehen: Trumps Regierung wird wohl Schecks in Höhe von 1000 Dollar an jeden Bürger verteilen. In den kommenden zwei Wochen könnte das bereits geschehen. Amerika stellt sich auf eine Wirtschaftskrise enormen Ausmasses ein: Wirtschaftsminister Steven Mnuchin warnt, dass in der Folge der Corona-Krise jeder fünfte Amerikaner ohne Job dastehen könnte.

Deutschland: Unbegrenzte Kredite

Um die Corona-Krise abzufedern, hat die Bundesregierung der Wirtschaft unbegrenzte Kredite in Aussicht gestellt. Über die Staatsbank KfW könnte eine halbe Billion Euro zur Verfügung gestellt werden, sagt Wirtschaftsminister Peter Altmaier: «Kein gesundes Unternehmen sollte wegen Corona in die Insolvenz gehen, kein Arbeitsplatz sollte verloren gehen.»

Japan: Notenbank greift ein

Die japanische Notenbank hat gestern Vormittag für die Banken im Land umgerechnet gut 35 Milliarden Franken bereitgestellt und das Anleihekaufprogramm um fast 12 Milliarden Franken ausgeweitet. Ausserdem greift die Regierung der Wirtschaft unter die Arme: Auf dem Tisch liegt der Vorschlag für ein Rettungspaket im Wert von 280 Milliarden Franken.

Spanien: Historische Summe

Das Rettungspaket der Regierung in Madrid hat es in sich: 200 Milliarden Euro für die heimische Wirtschaft, um mit den Folgen der Corona-Krise klarzukommen. Das sind 20 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Ein umfassenderes Wirtschaftspaket gab es in der Geschichte des Landes noch nie. Mit dem Geld sollen Firmen, aber auch Arbeitslose unterstützt werden.

Österreich: Um Faktor 10 erhöht

Wie dramatisch sich Lageeinschätzungen binnen weniger Tage ändern können, zeigt das Beispiel Österreich. Zunächst setzte die Regierung ein Hilfspaket für die eigene Wirtschaft in Höhe von vier Milliarden Euro auf. Mitte dieser Woche folgte die Korrektur auf neu 38 Milliarden, um der Corona-Krise keine Wirtschaftskrise folgen zu lassen.

Italien: Ein Damm für Rom

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hat ein Soforthilfe-Paket für die Wirtschaft in Höhe von 25 Milliarden Euro verabschiedet. Mehrere Milliarden sollen in das völlig überlastete Gesundheitssystem fliessen. Conte sprach von einem «Damm für Italien». Weitere Pakete sollen folgen: Bis zu 350 Milliarden Euro könnten mobilisiert werden.

Frankreich: Milliarden im «Krieg»

Den Folgen der Pandemie stellt Präsident Emmanuel Macron zunächst 45 Milliarden Euro entgegen. Damit sollen Firmen und Beschäftigte unterstützt werden. Ausserdem will er einschneidende Reformen zurückstellen. Macron sprach von einem «Krieg». Überdies kündigte er Garantien für Unternehmenskredite in Höhe von 300 Milliarden Euro an.

Europäische Union: Aussergewöhnliche Zeiten und Mittel

Die Europäische Zentralbank fürchtet nichts mehr als eine neuerliche Euro-Krise. Italien wird vom Corona-Virus derzeit hart getroffen. Dem Land, das ohnehin nicht gerade einen stabilen Haushalt vorweisen kann, droht in der Folge eine tiefe Rezession. Die Lage in Europa, deren Tiefpunkt derzeit wohl noch nicht erreicht ist, hat allemal das Potenzial für eine solche Krise. Dagegen stemmt sich nun die Notenbank. 750 Milliarden Euro pumpt das Institut von Christine Lagarde in die Märkte. Damit sollen Obligationen von Staaten, aber auch von Firmen aufgekauft werden. Das Programm könnte gar noch ausgeweitet werden, meint Lagarde: «Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Massnahmen.» Der 400 Milliarden schwere Europäische Stabilitätsmechanismus steht ausserdem bereit.

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Autor

Fabian Hock

Fabian Hock

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