Syrien

Russland geht trotz Kritik von mehrmonatiger Syrien-Mission aus

Russland setzt seine Luftangriffe auf verschiedene Stellungen in Syrien fort, ungeachtet anhaltender internationaler Kritik.: Putin am Ukraine-Gipfel in Paris.

Russland setzt seine Luftangriffe auf verschiedene Stellungen in Syrien fort, ungeachtet anhaltender internationaler Kritik.: Putin am Ukraine-Gipfel in Paris.

Russland setzt seine Luftangriffe auf verschiedene Stellungen in Syrien fort, ungeachtet anhaltender internationaler Kritik. Moskau geht nach eigenen Angaben von einem mehrmonatigem militärischen Engagement aus.

Die Angriffe würden mindestens noch "drei bis vier Monate" fortgesetzt, sagte am Freitag der Vorsitzende des aussenpolitischen Ausschusses des russischen Parlaments, Alexej Puschkow, dem französischen Sender Europe 1. Und auch die Intensität könne noch gesteigert werden.

Die russische Luftwaffe bombardiert seit Mittwoch Ziele in Syrien. Alleine am Donnerstag wurden dabei nach Angaben von Aktivisten mindestens sieben Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder. Nach Moskauer Darstellung richten sich die Angriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und andere extremistische Gruppen.

So sei am Donnerstag erstmals die syrische IS-Hochburg in der Provinz Raka von Kampfbombern vom Typ Suchoi 34 bombardiert worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag mit. Ein Ausbildungslager und ein getarnter Befehlsposten seien getroffen worden.

Der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge wurden dabei mindestens zwölf IS-Kämpfer getötet. Nach Moskauer Angaben wurden auch IS-Ziele in den Provinzen Aleppo an der türkischen Grenze und Idlib "vollständig zerstört".

Nach Angaben von Aktivsten setzte die russische Luftwaffe auch ihre Angriff auf die nordwestsyrische Provinz Idlib fort, die von mehreren Rebellengruppen beherrscht wird, die den IS bekämpfen. Dazu gehört auch die Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

Iranische Bodentruppen?

Die USA und Russland begannen inzwischen mit Absprachen auf militärischer Ebene. Damit sollen Missverständnisse ihrer Streitkräfte in Syrien verhindert werden. Es habe einen "freundlichen und professionellen Austausch" gegeben, sagte Pentagonsprecher Peter Cook am Donnerstag.

Derweil kursierten am Freitag unbestätigte Informationen, wonach Iran Bodentruppen nach Syrien entsandt habe. Sie sollten mit russischer Unterstützung aus der Luft vorrücken, meldete etwa der US-Sender Fox News.

Ein ranghoher iranischer Diplomat wies die Meldungen zurück. "Iranische Militärberater waren schon immer in Syrien", sagte er der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Es gebe keine Notwendigkeit, bewaffnete Einheiten dorthin zu schicken.

Breite Kritik

Seit Beginn der russischen Luftangriffe reist die internationale Kritik nicht ab. Nun wirft eine breite internationale Koalition Russland vor, den Syrien-Konflikt eskalieren zu lassen. Sie forderte den sofortigen Stopp von Luftangriffen auf die gemässigte Opposition.

"Diese Militäraktionen bedeuten eine weitere Eskalation und werden mehr Extremismus und Radikalisierung schüren", heisst es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland, den USA, Frankreich, Grossbritannien, der Türkei, Saudi-Arabien und Katar.

Die westlich-arabische Anti-IS-Koalition wirft Moskau vor, bislang vor allem die gemässigten Gegner des syrischen Machthabers Baschar al-Assad angegriffen zu haben. Insbesondere die Luftangriffe auf Hama, Homs und Idlib mit zahlreichen Toten in der Zivilbevölkerung seien nicht gegen die IS-Terrormiliz gerichtet gewesen, heisst es in der Erklärung der westlich-arabischen Anti-IS-Koalition.

Moskau wird darin aufgerufen, seine Bemühungen auf den Kampf gegen die IS-Terrormiliz zu konzentrieren. Auch die EU zeigte sich am Freitag "besorgt" über zivile Opfer der russischen Angriffe und verlangte von Moskau, seine Ziele "sorgfältig auszusuchen".

Syrien-Gespräche in Paris

Vor einem Ukraine-Gipfel in Paris traf am Freitag Frankreichs Staatspräsident François Hollande mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Dabei bemühten sie sich nach Angaben der französischen Seite, Differenzen bei der Frage eines politischen Übergangs in Syrien zu überbrücken. Frankreich ist erklärter Gegner von Assad. Im Anschluss kam es auch zu einer Begegnung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Putin.

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