Irak

Regierungschef Adel Abdel Mahdi drängt nach Sturz auf raschen Nachfolger

Abdel Mahdi nimmt den Hut. Sein Nachfolger soll rasch her. (Archivbild)

Abdel Mahdi nimmt den Hut. Sein Nachfolger soll rasch her. (Archivbild)

Der irakische Ministerpräsident drängt nach seinem Sturz auf die rasche Ernennung eines Nachfolgers, um das Land nach wochenlangen Protesten mit Hunderten Toten wieder zu beruhigen.

Sofern das Parlament sein Rücktrittsgesuch annehme, werde das Kabinett die Amtsgeschäfte weiterführen, bis ein Nachfolger bestimmt sei, sagte Abdel Mahdi am Samstag in Bagdad. Der schiitische Politiker hatte am Freitag angekündigt, seinen Rücktritt einzureichen, und damit eine zentrale Forderung der Demonstranten erfüllt.

Das Parlament soll am Sonntag über das Rücktrittsgesuch abstimmen. "Das Abgeordnetenhaus wird erpicht darauf sein, die geeignete Alternative so schnell wie möglich zu finden", sagte Abdel Mahdi nach einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts in Bagdad.

Denn eine geschäftsführende Regierung könne der Irak unter den "derzeitigen Umständen" nicht ertragen. Das Parlament solle sein Vertrauen in einen neuen Ministerpräsidenten und eine neue Regierung legen, sagte Abdel Mahdi, der sein Amt im Oktober 2018 angetreten hatte.

Im Irak kommt es seit Anfang Oktober in mehreren Teilen des Landes zu Massenprotesten gegen die politische Führung. Dabei kamen laut der vom Parlament gewählten Menschenrechtskommission mindestens 380 Menschen ums Leben.

Am Samstag wurden Augenzeugen zufolge mindestens 16 Menschen verletzt, als Sicherheitskräfte in der südirakischen Stadt Al-Nasirija das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Die Protestler hatten laut Augenzeugen versucht, eine Polizeiwache zu stürmen.

In Al-Nasirija war es in den vergangenen Tagen bereits zu tödlichen Zusammenstössen zwischen den beiden Seiten gekommen. Zwei Polizisten wurden am Samstag zudem durch Schüsse verletzt.

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