Deutschland

Polizei übt nach Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt Selbstkritik

Trauer nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Die Polizei gibt sich in einem Bericht zu ihrem Vorgehen selbstkritisch.

Trauer nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016. Die Polizei gibt sich in einem Bericht zu ihrem Vorgehen selbstkritisch.

Zweieinhalb Jahre nach dem Anschlag auf einen Weihnachtmarkt in Berlin gibt sich die Berliner Polizei selbstkritisch. Die Nachbereitung zu dem Attentat habe Defizite offenbart, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik.

Die Polizei stellte am Dienstag in Berlin einen Bericht zum Anschlag auf dem Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 vor. Optimierungsbedarf gab es demnach besonders bei der Betreuung von Angehörigen.

Dahingehend sei bundesweit festgestellt worden, "dass alle staatlichen Stellen zu dem Thema nicht ausreichend vorbereitet waren", sagte Direktionsleiter Siegfried-Peter Wulff. Der Beamte leitete die aus 132 Polizisten bestehende Arbeitsgruppe zur Nachbereitung des Anschlags.

In der Folge sei unter anderem eine Koordinierungsstelle für die psychosoziale Notfallversorgung eingerichtet worden. Wulff sprach von einem "Paradigmenwechsel". Nach dem Attentat vom 19. Dezember 2016 hatte es viel Kritik am Umgang mit Angehörigen und Opfern gegeben.

Probeweise wurde inzwischen eine sogenannte Führungsgruppe für Sofortlagen eingerichtet, wie Wulff erläuterte. Diese höre täglich den Polizeifunk auf potenzielle Grosslagen ab und übernehme gegebenenfalls die Führung.

Der aus Tunesien stammende Anis Amri war am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen in den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz gefahren. Dabei starben zwölf Menschen. Amri wurde auf der Flucht in Italien von Polizisten erschossen. Es war der bislang schwerste islamistische Anschlag in Deutschland.

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