Japan

Partnerin für Mondflug gesucht: Milliardär will Weltraum-Begleitung in TV-Castingshow finden

Yusaku Maezawa.

Yusaku Maezawa.

Wer mit dem japanischen Milliardär Yusaku Maezawa zum Mond fliegt, wird in einer TV-Castingshow bestimmt.

Es sieht aus wie ein romantisches Abenteuer: Der japanische Modemilliardär Yusaku Maezawa sucht verzweifelt eine junge Frau, die ihn bei einem Weltraumflug zum Mond begleitet. Der Exzentriker will 2023 als erster privater Passagier bei Tesla-Gründer Elon Musk’s ­SpaceX Projekt auf die Reise zum Erdtrabanten starten. Dabei zu sein und auch noch einen steinreichen Mann zu erobern, wäre vielleicht ein verlockendes Angebot? Die Kandidatinnen müssen mindestens 20 Jahre alt sein und Single. Sie sollten laut Anmeldeprofil eine «aufgeheiterte Persönlichkeit» besitzen, in jedem Fall «immer positiv» eingestellt sein. Ein weiteres Kriterium lautet: «den Weltfrieden wünschen». Ob sie auch weltraumtauglich sein müssten, steht eher in den Sternen.

Über 20'000 Damen haben sich bis zum Meldeschluss am Wochenende für diese Offerte beworben. Und nun kommt der Haken: Wer an Bord gehen will, muss sich testen lassen, ob sie auch wirklich als «Life Partner» für den Mondtrip mit dem Milliardär kompatibel ist. Ab Februar läuft der Auswahlprozess als «matchmaking dates» und bereits Ende März fällt eine «finale Entscheidung». Wie genau, ist ebenso unbekannt wie der weitere Verlauf der Mission Mond. Es soll jedoch «ein seriöses, geplantes Verkupplungs- Event» werden, heisst es.

Einfache aber auch merkwürdige Fragen

Wie das? Die Partnersuche ist Teil einer Serie von AbemaTV, an der ganz zufällig Maezawa einen beträchtlichen Anteil hält. Auf deren Website ist eine spezielle Bewertungsseite online gestellt, auf der jede Aspirantin erst einmal einen «Love Diagnostic Test» absolvieren muss. Zu den Fragen gehören so einfache Informationen wie: «Wenn Sie in einem Privatjet fliegen würden, wohin soll wohl die Reise gehen?» Oder auch Merkwürdiges wie «Wenn Maezawa vor Ihnen furzen würde, wie würden Sie reagieren?». Je nach erreichter Punktzahl erhält die Bewerberin ein Foto des Weltraum-­Mäzens, das ihn mit dem Gesichtsausdruck traurig bis glücklich zeigt.

AbemaTV wird unterstützt von der Online-Werbeagentur CyberAgent und dem kommerziellen Fernsehsender TV Asahi – einem der grössten Produzenten von Reality-Dating-Shows in Japan. Renner ist derzeit eine Serie, bei der Japanerinnen mit ausländischen Männern, die ihre Sprache nicht beherrschen, verkuppelt werden. Oder auch eine Show, in der sich Kandidatinnen mit «Prinzen» verabreden, die um sehr viele Jahre jünger sind als sie selbst.

Nicht Fernsehstation, sondern Streaming-Anbieter

Wobei der Name AbemaTV etwas irreführend ist, denn in Wahrheit handelt sich nicht um eine Fernsehstation, sondern um einen reinen Streaming-Anbieter. Das ist ein seltener Testfall in der japanischen TV-Landschaft, die sich bisher weit­ge­hend weigerte, ihre Pro­gramme ins Internet zu verlagern. Die grossen kommerziellen Sender befürchten, dass ihre regionalen TV-Netzwerke durch landesweite Angebote in Streaming-Diensten Einbussen erleiden würden. Dort geht es in der Regel sehr wild und fast schon ungesittet zu. Auf dem Vormarsch sind jedoch Reality-Dating-Formate, die durch ihren entspannten Ton und den milden Umgang mit den Kandidaten ein breites Publikum finden.

In diesem viel versprechenden Markt will Maezawa nun massiv eindringen. Dabei geht er mit seinem Vermögen extrem exzentrisch um. Schon jetzt hat er mit viel Geld ein riesiges Mediennetz aufgezogen, das ihm die Position der führenden Twitter celebrity in Japan sichert. Dafür verschenkte der Milliardär umgerechnet etwa 8,2 Millionen Euro an insgesamt 1000 Followers. Es handelt sich nach seinen Angaben um ein «soziales Experiment», das herauszufinden soll, ob Geld die Menschen glücklicher macht.

Laut «Forbes» verfügt der Japaner über ein geschätztes Vermögen von etwa zwei Milliarden US-Dollar und gehört damit zu den 22 reichsten Menschen in seiner Heimat. Verdient hat er sein Vermögen mit dem Online-Fashion-Business Zozo, das er 2019 an den japanischen Telefonriesen SoftBank verkaufte. Überhaupt sucht Maezawa einen Neustart und das nicht nur zum Mond. Nach eigenen Angaben sucht der 44-Jährige nach der Trennung von seiner Freundin eine neue «künftige Lebenspartnerin», mit der er «unsere Liebe und die Botschaft vom Weltfrieden aus dem Weltall rufen» kann.

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