Coronakrise

Pandemie so schlimm wie nie zuvor: Während sich die Situation in der Schweiz beruhigt, nehmen die Erkrankungen weltweit zu

Särge von Corona-Opfern wurden in Belgien mit dem Biogefahren-Symbol versehen.

Särge von Corona-Opfern wurden in Belgien mit dem Biogefahren-Symbol versehen.

Der Donnerstag markierte eine traurige Rekordmarke der Coronakrise.

Wie eine La-Ola-Welle des Grauens sieht die animierte Weltkarte auf der Website der John-Hopkins-Universität aus. Zuerst ist alles weiss, dann verfärbt sich China, und nach und nach schwappt die rote Welle über die ganze Welt. Die Karte zeigt, wie sich das Coronavirus in den vergangenen fünf Monaten vom chinesischen Wuhan aus auf allen Kontinenten verbreitet hat.

In Europa scheint das Schlimmste überstanden. Doch die sinkenden Fallzahlen in unseren Breitengraden (in der Schweiz liegen die täglichen Neuansteckungen im niedrigen zweistelligen Bereich) täuschen über eine traurige Tatsache hinweg: Weltweit ist die Zahl der aktuell an Covid-19 erkrankten Menschen so hoch wie nie zuvor.

Kommt jetzt schon die zweite Welle?

Laut der Plattform Worldometers, die ihre Daten direkt aus Regierungsmitteilungen und offiziellen Gesundheitsdatenbanken bezieht, gab es am Freitag 2'962'108 aktive Covid-19-Fälle. Das sind alle je gemeldeten Erkrankten minus die Verstorbenen (insgesamt 361'549) und die Geheilten (2'444'898).

Zwei weitere Dinge sind beunruhigend: Die Zahl der täglich gemeldeten Neuansteckungen war noch nie so hoch wie jetzt. Alleine am Donnerstag meldeten die Behörden weltweit 116'304 neue Krankheitsfälle. Zudem geht in Asien, dem Ursprungskontinent des Virus, die Angst vor einer zweiten Welle um. In den Provinzen Heilongjian und Jilin im Nordosten Chinas wurden in den vergangenen Tagen vermehrt wieder Coronafälle gemeldet, nachdem die Volksrepublik vorübergehend als «coronafrei» gegolten hatte.

Auch Südkorea meldete am Donnerstag 79 Neuansteckungen – so viele wie seit zwei Monaten nicht mehr. Margaret Harris, Expertin im Coronateam der Weltgesundheitsorganisation, sagte dem US-Radiosender NPR: «Viele denken noch immer, die Epidemie sei saisonal, wie eine Grippe. Aber das ist sie nicht.»

Die derzeitigen Hotspots der Epidemie sind die USA mit über 100'000 Toten und Brasilien, das am Donnerstag 26'417 Neuan­steckungen gemeldet hatte. Beide Länder werden von Männern regiert, die das Coronavirus anfänglich (und im Falle Brasiliens bis heute) verharmlosten.

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