Der nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 geschlossene Waffenstillstand werde noch dieses Jahr gemeinsam mit den USA und China in einen Friedensvertrag überführt, hiess es am Freitag zum Abschluss des ersten Korea-Gipfels seit über zehn Jahren.

Bei dem Korea-Gipfel im Grenzort Panmunjom unterzeichnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit Südkoreas Präsident Moon Jae In eine gemeinsame Erklärung, die eine "neue Ära des Friedens" einläuten soll. Beide umarmten sich nach der Unterzeichnung.

Dabei sagte Kim: "Nord- und Südkorea sind Brüder, die nicht getrennt voneinander leben sollten." Moon ergänzte: "Es gibt kein Zurück mehr."

"Die beiden Führer erklären vor dem 80-Millionen-Volk und der ganzen Welt, dass es nie wieder Krieg auf der koreanischen Halbinsel gibt und das Zeitalter des Friedens begonnen hat", hiess es in der Erklärung. Die beiden Staaten wollen ihre Armeen verkleinern, feindliche Handlungen unterlassen und ihre schwer befestigte Grenze zu einer "Friedenszone" umbauen.

Kim überquert als erster Führer Nordkoreas die Grenze nach Südkorea

Kim überquert als erster Führer Nordkoreas die Grenze nach Südkorea

Als erster nordkoreanischer Führer seit dem Ende des Korea-Krieges vor 65 Jahren hat Kim Jong Un die Grenze nach Südkorea überquert. Der Machthaber wurde an der Demarkationslinie am Freitag von Südkoreas Präsident Moon Jae In zu ihrem ersten Gipfeltreffen empfangen.

Moon will nach Pjöngjang ...

Eine "Nicht-Angriffsvereinbarung" sorge dafür, dass alle feindlichen Aktivitäten "zu Land, zu Wasser und in der Luft" eingestellt würden. Im Herbst will Moon Kim die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang besuchen.

Bereits im Mai soll ein Treffen der Militärführungen stattfinden. Auf ziviler Ebene werden wieder Familienzusammenführungen geplant. An Sportereignissen wie den Asien-Spielen 2018 wollen die Mannschaften gemeinsam teilnehmen.

Das Gipfeltreffen in Panmunjom in der entmilitarisierten Zone stand im Zeichen der Versöhnung und war voller symbolischer Gesten - ein klarer Kontrast zur kriegerischen Rhetorik noch vor einigen Monaten, als die Atom- und Raketentests Sorgen vor einer militärischen Eskalation auch mit den USA schürten.

Nach Angaben von Delegationsteilnehmern entschuldigte sich Kim scherzend für die Tests. Er habe gehört, dass er damit Moon wiederholt aus dem Schlaf gerissen habe. Dies werde aber nicht mehr vorkommen.

... und Kim betritt südkoreanischen Boden

Kim und Moon zeigten sich entspannt, scherzten, lächelten und hielten sich wiederholt an den Händen. Am Morgen hatte Kim als erster nordkoreanischer Staatschef überhaupt südkoreanischen Boden betreten. Er griff Moons Hand und führte ihn spontan auch auf nordkoreanisches Gebiet - ein Schritt, den das minutiös ausgearbeitete Protokoll nicht vorgesehen hatte.

Später pflanzten die beiden eine Kiefer und enthüllten einen Gedenkstein mit der Aufschrift: "Frieden und Wohlstand pflanzen." Beide führten mehrere Gespräche unter vier Augen, davon eines im Freien, wie TV-Sender live zeigten.

Der innerkoreanische Gipfel ging einem geplanten Treffen von Kim mit US-Präsident Donald Trump voraus, das Ende Mai oder im Juni stattfinden soll. Die USA sind die Schutzmacht Südkoreas und haben dort knapp 30'000 Soldaten stationiert.

Ein "wildes Jahr"

Die Übereinkunft von Panmunjom wurde international begrüsst. US-Präsident Trump twitterte: "Der Korea-Krieg endet". Nach einem "wilden Jahr" mit Atom- und Raketentests passierten gute Dinge.

Das chinesische Aussenministerium erklärte, es habe die Hoffnung, dass beide Seiten einen politischen Prozess zur Lösung der Probleme auf der Halbinsel vorantreiben könnten. China sei bereit, bei diesem Punkt weiter eine proaktive Rolle zu spielen. China gilt als engster nordkoreanischer Verbündeter.

Das russische Präsidialamt sprach von einer "sehr positiven Entwicklung". Japans Regierungschef Shinzo Abe sagte, er erwarte von Nordkorea konkrete Schritte. Auch Abe erwägt ein baldiges Treffen mit Kim. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte nach dem historischen Korea-Gipfel vor verfrühter Euphorie.