Flüchtlingskrise

Migrationsbehörden alarmiert: Zahl minderjähriger Flüchtlinge steigt dramatisch an

Seit Anfang Jahr waren bereits 7000 minderjährige Flüchtlinge ohne ihre Eltern unterwegs. (Archivbild)

Seit Anfang Jahr waren bereits 7000 minderjährige Flüchtlinge ohne ihre Eltern unterwegs. (Archivbild)

Rund 7600 schutzsuchende Minderjährige gelangten 2016 bisher über das Mittelmeer nach Italien, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag mitteilte.

Das seien 3000 mehr als während des gleichen Zeitraums im vergangenen Jahr. 7000 von ihnen waren dabei ohne ihre Eltern unterwegs.

Die Hälfte der jungen Menschen starteten ihre Reise nach Europa in Ägypten, Gambia, Guinea oder der Elfenbeinküste. Die Flüchtlinge würden Ägypten als Startort Libyen vorziehen. IOM-Sprecher Joel Millman verwies vor den Medien in Genf auf Zeugenaussagen, wonach das Bürgerkriegsland Libyen zurzeit als zu gefährlich für eine Einreise angesehen werde.

Auch die Zahl der tödlichen Unglücke auf dem Mittelmeer nahm zu: Die IOM zählte 2016 bereits 2800 Tote gegenüber 1800 ersten Halbjahr 2015. Die Mittelmeerroute sei "tödlicher als im letzten Jahr", so Millman, und die Schlepper rücksichtsloser.

Seit 2014 ertranken mehr als 10'000 Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer, wie die UNO-Flüchtlingsorganisation (UNHCRD) ihrerseits mitteilte. Die Zahl der ums Leben gekommenen Flüchtlinge sei in den vergangenen Monaten deutlich angestiegen.

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