Trump-Interview

«Merkel hat einen katastrophalen Fehler gemacht»

Donald Trump äussert sich im Interview mit der deutschen "Bild"-Zeitung unter anderem über Flüchtlingspraxis und Autoproduzenten. (Archivbild)

Donald Trump äussert sich im Interview mit der deutschen "Bild"-Zeitung unter anderem über Flüchtlingspraxis und Autoproduzenten. (Archivbild)

Die Zentralen Aussagen aus dem Interview mit Donald Trump, das die deutsche «Bild»-Zeitung am Montag veröffentlicht hat.

In einem Interview mit der «Bild»-Zeitung und der Londoner «Times» lässt der designierte US-Präsident durchblicken, in welche Richtung es unter seiner Leitung gehen wird. Die wichtigsten Punkte.

Über die Nato «Die Nato hat Probleme. Ich sage seit langem: Sie ist obsolet, weil sie erstens, wie Sie wissen, vor vielen, vielen Jahren entworfen wurde. Zweitens zahlen die Länder nicht das, was sie zahlen müssten. Ich kam massiv unter Druck, als ich sagte, die Nato sei obsolet. Sie ist aber obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat. Ich war also zwei Tage lang unter Druck, dann fingen sie an zu sagen, Trump hat recht. Und jetzt (…) haben sie eine ganze Abteilung, die sich ausschliesslich mit Terrorismus befasst. Das ist gut. Die andere Sache ist, dass die Länder nicht ihren fairen Anteil bezahlen. Also, wir sollen diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten. Das ist sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten. Abgesehen davon ist mir die Nato aber sehr wichtig.»

Über die deutsche Kanzlerin Angela Merkel «Ich hatte das Gefühl, sie ist grossartig, eine grossartige Anführerin. Aber ich finde, sie hat einen äusserst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen. Wissen Sie, all diese Leute reinzulassen, wo auch immer sie herkommen. Und niemand weiss, wo sie überhaupt herkommen. (…) Ich bin also der Meinung, sie hat einen katastrophalen Fehler gemacht, einen sehr schlimmen Fehler. Aber davon abgesehen: Ich respektiere sie, ich mag sie, aber ich kenne sie eben nicht.»

Auf die Frage, ob er Merkel oder dem russischen Präsidenten Putin mehr vertraut «Zunächst einmal vertraue ich beiden – doch schauen wir mal, wie lange das anhält. Vielleicht hält es überhaupt nicht lange an.»

Zu Sanktionen gegen Russland «Nun, ich finde, die Menschen müssen miteinander auskommen und das tun, was sie tun müssen, um fair zu sein. Okay? Sie haben Sanktionen gegen Russland – mal sehen, ob wir ein paar gute Deals mit Russland machen können. Zum einen finde ich, dass es deutlich weniger Nuklearwaffen geben sollte und sie erheblich reduziert werden müssten, das gehört dazu. Aber da sind diese Sanktionen, und Russland leidet im Moment schwer darunter. Aber ich glaube, da könnte manches gehen, von dem viele Leute profitieren würden.»

Zu syrischen Flüchtlingen «Ich finde, wir hätten Sicherheitszonen in Syrien einrichten sollen, das wäre wesentlich billiger gewesen. Und die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schliesslich Geld wie kaum ein anderer. Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht. Ich hätte gesagt: Schafft Sicherheitszonen in Syrien.»

Über den Brexit «Menschen, Länder wollen ihre eigene Identität, Grossbritannien wollte seine eigene Identität. Aber, das glaube ich wirklich, wenn sie nicht gezwungen worden wären, all diese Flüchtlinge aufzunehmen – so viele, mit all den Problemen, die das mit sich bringt –, dann wäre es nicht zum Brexit gekommen. Es wäre gerade noch einmal gut gegangen, aber das war der Tropfen, der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Wenn Sie mich fragen: Es werden weitere Länder austreten.»

Zum Euro «Ich vertraue auf den Dollar. Ich werde dem Dollar in vier Jahren viel mehr vertrauen als heute, aber klar, der Dollar ist eine Währung und sehr in Ordnung. Aber ich glaube, den Euro zusammenzuhalten wird nicht so leicht, wie viele Leute meinen. Und wenn weiterhin Flüchtlinge in verschiedene Teile Europas strömen, wird es sehr schwer, ihn zusammenzuhalten, denn das ärgert die Leute sehr.»

Zu seinem Verhältnis zur EU «Schauen Sie, zum Teil wurde die Union gegründet, um die Vereinigten Staaten im Handel zu schlagen, nicht wahr? Also ist es mir ziemlich egal, ob sie getrennt oder vereint ist, für mich spielt das keine Rolle.»

Zum Atomabkommen mit Iran «Ich werde nicht sagen, was ich mit dem Iran-Abkommen machen werde. Ich will mir nicht in die Karten gucken lassen. Schauen Sie, ich bin kein Politiker, ich gehe nicht raus und sage: ‹Ich werde dies tun, ich werde das tun…› Ich muss tun, was ich tun muss. Wer spielt Karten schon so, dass er jedem zeigt, was er auf der Hand hat, bevor er ausspielt? Aber ich bin über das Iran-Abkommen nicht glücklich, ich finde, es ist eines der schlechtesten Abkommen, die je getroffen worden sind.»

Über Strafzölle «Man darf nicht zulassen, dass Unternehmen unser Land verlassen, alle ihre Mitarbeiter rauswerfen, nach Mexiko ziehen, ihre Produkte herstellen – was immer es ist – und es dann steuerfrei zurückverkaufen. Für Unternehmen, die das tun, wird es sehr hohe Grenzzölle geben.»

Zur Handelsbilanz «Wenn man durch die 5th Avenue geht, hat jeder einen Mercedes-Benz vor seinem Haus stehen, stimmt’s? Tatsache ist, dass ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit. Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine.»

Zu seinem Umgang mit sozialen Medien «Ich habe im Moment 46 Millionen Follower – das ist viel, das ist wirklich viel. (…) Also wenn man sich überlegt, dass da deine 46 Millionen sind, lasse ich das lieber anwachsen und behalte @RealDonaldTrump bei, das funktioniert.»

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