Angehörige der ethnischen Gruppe der Singhalesen hatten demnach zuvor verlangt, dass eine Moschee in der Gegend - rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Colombo - geschlossen wird. Die überwiegend buddhistischen Singhalesen stellen die Mehrheit der Bevölkerung in dem Inselstaat.

Es hatte bereits zuvor Spannungen und Gewalt zwischen Singhalesen und der muslimischen Minderheit gegeben - diese macht rund zehn Prozent der knapp 21 Millionen Sri Lanker aus. Nach den verheerenden Anschlägen durch Islamisten am Ostersonntag hatten einige Muslime Sorge über mögliche Vergeltungstaten geäussert.

Eine am Montagabend erklärte landesweite Ausgangssperre, die im Rest des Inselstaates am Morgen auslief, blieb in der Nordwestprovinz am Dienstag in Kraft. Im Ort Minuwangoda nahe Colombo wurden neun Menschen wegen Angriffen auf Geschäfte muslimischer Inhaber festgenommen. Wegen Anstiftung zu Gewalt an Muslimen wurden auch zwei radikale Singhalesen festgenommen, die bereits bei Ausschreitungen im vergangenen Jahr gegen Muslime gehetzt haben sollen.

Am Ostersonntag hatten sich neun Selbstmordattentäter unter anderem in drei Kirchen und drei Luxushotels in die Luft gesprengt. Dabei kamen mindestens 258 Menschen ums Leben, darunter mindestens 44 Ausländer.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich. Die Attentäter gehörten nach Angaben von Sri Lankas Regierung einer einheimischen Islamistengruppe an.