Umweltschutz

Greenpeace-Aktivisten müssen sich auf monatelange U-Haft gefasst machen

Marco Weber bei einer Anhörung in Murmansk (Archiv)

Marco Weber bei einer Anhörung in Murmansk (Archiv)

Der Schweizer Marco Weber sowie die anderen 27 Greenpeace-Aktivisten sollen drei zusätzliche Monate in Untersuchungshaft in Russland bleiben. Das haben zumindest die russischen Ermittler im Sinn.

28 Greenpeace-Aktivisten und zwei Journalisten werden seit Wochen in Russland festgehalten. Ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Sie sollen offenbar noch drei weitere Monate in Untersuchungshaft bleiben. Einen entsprechenden Verlängerungsantrag haben die russischen Ermittlungsbehörden am Freitag angekündigt.

Dies teilte die Umweltschutzorganisation in Hamburg mit. Nächste Woche soll vor Gericht über den Antrag verhandelt werden. Greenpeace will sich gegen die Haftverlängerung wehren und erwirken, dass die Beschuldigten gegen Kaution auf freien Fuss kommen, solange die Ermittlungen noch laufen.

Zu den Inhaftierten zählen 28 Aktivisten und zwei Journalisten aus 18 Ländern. Darunter ist der Schweizer Aktivist Marco Weber. Sie wurden am 19. September nach einer Protestaktion in der Barentssee festgenommen. Dort hatten sie eine Bohrinsel des russischen Energiekonzerns Gazprom geentert, um vor Umweltrisiken durch den Abbau von Bodenschätzen in der Arktisregion zu warnen.

Die russische Küstenwache stürmte ihr unter niederländischer Flagge fahrendes Schiff "Arctic Sunrise" und liess die 30 Besatzungsmitglieder inhaftieren.

Ihnen soll wegen "Rowdytums" der Prozess gemacht werden, offiziell wurde aber auch der Tatvorwurf der gemeinschaftlichen Piraterie noch nicht fallengelassen. Rowdytum kann in Russland mit bis zu sieben Jahren, Piraterie mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden. Die Festnahme der Aktivisten führte international zu scharfen Protesten.

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