An der Gedenkstätte in der Nähe der Talstation entzündeten Trauernde, darunter Angehörige von Opfern sowie Überlebende, Kerzen und legten Kränze und Blumen nieder. In ihren Ansprachen erhoben zwei Opferangehörige erneut Vorwürfe gegen die österreichische Justiz, die das Unglück nie wirklich aufgeklärt habe.

Unter den 155 Toten waren 92 Österreicher und 37 Deutsche. Bis heute gibt es Vorwürfe gegen die Betreiber der Bahn. Die österreichische Justiz sprach aber in mehreren Prozessen alle Angeklagten frei.

Unter den etwa 200 Teilnehmern der Gedenkfeier waren auch einige der zwölf Überlebenden, Helfer von damals, Vertreter der Gletscherbahnen sowie Politiker.

Uschi Geiger, die einen Sohn in den Flammen verloren hatte, kritisierte das Strafverfahren, in dem alle 16 Beschuldigten freigesprochen worden waren.

Vorwürfe an die Justiz

Werner Kirnbauer, der ebenfalls einen Sohn verlor, sagte, jeder der 3652 Tage seit dem Unglück sei "ein Tag der Verzweiflung und Enttäuschung" gewesen. Die Justiz habe nicht einmal versucht, die Ursache des Infernos zu finden, das wegen "menschenverachtender Profitgier und Schlamperei" geschehen sei.

Bundeskanzler Werner Faymann betonte, kein Gericht könne das Unglück ungeschehen machen. Es müssten aber die Lehren aus der Katastrophe gezogen werden. "Wir haben die Verantwortung, die Sicherheitsmassnahmen auszubauen. Der Sparstift darf niemals dort angesetzt werden."

Auch Vertreter der Gletscherbahnen Kaprun nahmen an der Gedenkfeier teil. Betriebsleiter Günther Brennsteiner sagte: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, ich möchte aufrichtig um Verzeihung bitten." Im Anschluss an die Veranstaltung wurde ein kurzer ökumenischer Gottesdienst gefeiert.