Staatsaffäre

Französin legt in Mexiko Berufung gegen 60-jährige Haftstrafe ein

In dieser Haftanstalt in Mexiko City ist Florence Cassez inhaftiert (Archiv)

In dieser Haftanstalt in Mexiko City ist Florence Cassez inhaftiert (Archiv)

Die in Mexiko zu 60 Jahren Haft verurteilte Französin Florence Cassez hat vor dem Obersten Gerichtshof des Landes Berufung gegen das Urteil eingelegt. Cassez wolle zeigen, dass die Bestätigung ihrer langjährigen Haftstrafe durch ein Berufungsgericht verfassungswidrig sei.

Dies sagte ihr Anwalt Agustin Acosta am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Cassez war wegen Beihilfe zur Entführung in Mexiko zunächst zu 96 Jahren Haft und in einem Berufungsurteil am 10. Februar dann zu 60 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Die 36-Jährige soll zusammen mit ihrem Ex-Freund, dem Bandenchef Israel Vallarta, an Entführungen beteiligt gewesen sein. Sie wurde in Vallartas Haus festgenommen, aus dem die Polizei mehrere Entführungsopfer befreite.

Cassez selbst schildert die Umstände ihrer Festnahme allerdings anders. Auch will sie nichts von den Machenschaften des Mexikaners gewusst haben, mit dem sie seinerzeit gar nicht mehr zusammen war.

Der Fall hat sich inzwischen zu einer Staatsaffäre zwischen Frankreich und Mexiko entwickelt. Die mexikanische Regierung sagte Mitte Februar ihre Teilnahme am Mexiko-Jahr in Frankreich ab. Sie reagierte damit auf Äusserungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der zuvor die mexikanische Führung indirekt kritisiert hatte.

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