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Elf Tote durch Schüsse in Hanau: Täter offenbar Rechtsextremer ++ Generalbundesanwalt übernimmt

Nach Schüssen im hessischen Hanau sind elf Menschen tot. Am frühen Morgen sei der mutmassliche Täter tot in seiner Wohnung gefunden worden. Es gebe keinen Hinweis auf weitere Täter. Dies teilte das Polizeipräsidium Südosthessen mit .

An zwei verschiedenen Orten seien gegen 22 Uhr am Mittwochabend Schüsse gefallen, meldete die Polizei. Dabei seien neun Menschen erschossen worden. Ein als tatverdächtig gesuchter Mann sei tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Zudem habe man in derselben Wohnung noch eine weitere Leiche entdeckt. Es gebe noch keine gesicherten Erkenntnisse zu den Hintergründen.

Ein Sprecher sagte, es könne sich um "eine Beziehungstat oder eine wahllos begangene Tat" handeln. Die Beamten machten keine Angaben zur Identität und Nationalität der Opfer.

Hanau (DE) erschüttert: Elf Tote bei Schiesserei

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Im Bereich Heumarkt wurden demnach drei Menschen getötet und mindestens eine Person schwer verletzt. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Stadt. Ein dunkler Wagen sei von dort davongefahren.

Ein weiterer Tatort liege am Kurt-Schumacher-Platz. Er befindet sich etwa zweieinhalb Kilometer vom Heumarkt entfernt im Stadtteil Kesselstadt. Dort kamen der Polizei zufolge fünf Menschen ums Leben.

Patronenhülsen vor Döner-Imbiss

Vor einem Döner- Imbiss am Heumarkt lagen nach Angaben eines dpa-Reporters Patronenhülsen. Die Spuren wurden mit Farbspray markiert. Die Polizei sperrte den Tatort am Heumarkt weiträumig ab. Polizisten mit Maschinenpistolen sicherten die Umgebung.

Menschen standen in der Nähe der mit Flatterband abgesperrten Bereiche, einige weinten. Die Polizei forderte neugierige Passanten auf, den Bereich zu verlassen und sich in ihre Wohnungen und die Lokalitäten vor Ort zu geben.

So berichtet das ARD Morgenmagazin über die Schiesserei in Hanau.

Nach einem Bericht des Hessischen Rundfunks wurde zunächst eine Sisha-Bar am Heumarkt angegriffen. Augenzeugen sollen demnach von acht bis neun Schüssen berichtet haben.

Auch in der Karlsbader Strasse im Stadtteil Kesselstadt soll erneut in einer Shisha-Bar geschossen worden sein. Die Polizei bestätigte die Angaben in dem Medienbericht zunächst nicht.

Ermittler bitten um Hinweise

Die Polizei fahndete mit einem Grossaufgebot nach dem Täter oder den Tätern. Dabei komme es natürlich auch zu vielen Kontrollen, sagte der Polizeisprecher mit Blick auf Spekulationen über Festnahmen.

Er könne eine Festnahme im Zusammenhang mit den Taten aber nicht bestätigen. Die Polizei setzte dem Sprecher zufolge bei der Fahndung auch Hubschrauber ein.

Die Ermittler baten die Bevölkerung um Hinweise, warnten aber vor Spekulationen. Im Kurzbotschaftendienst Twitter rief die Polizei dazu auf, keine Videos oder Nachrichten aus unbekannten Quellen zu verbreiten. "Spekulationen helfen uns nicht weiter", erklärte das Polizeipräsidium.

"Horrorszenario für uns alle"

Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky zeigte sich erschüttert. "Das war ein furchtbarer Abend, der wird uns sicherlich noch lange, lange beschäftigen und in trauriger Erinnerung bleiben", sagte er bei einer Sondersendung von "Bild live". Die Hanauer Bundestagsabgeordnete Katja Leikert schrieb auf Twitter: "Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle."

Auf einem Foto aus dem Stadtteil Kesselstadt war ein mit Thermofolie abgedecktes Auto zu sehen. Neben dem Wagen lagen Glassplitter. Rettungskräfte waren im Einsatz.

Hanau liegt im Main-Kinzig-Kreis etwa 20 Kilometer östlich von Frankfurt/Main und hat etwa 100'000 Einwohner.

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