Tod von Helmut Kohl

Deutscher Aussenminister Gabriel würdigt Kohl als «grossen Staatsmann»

Der am Freitag verstorbene Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl ist weitum für sein Wirken gewürdigt worden. Besonderes Lob erhielt Kohl für die deutsche Wiedervereinigung und sein Engagement für Europa.

Der deutsche Aussenminister Sigmar Gabriel nannte Kohl einen "grossen Staatsmann". Vor allem sei Kohl "ein grosser Europäer" gewesen.

Er habe sehr viel dafür getan, "dass nicht nur die Deutsche Einheit gekommen ist, sondern auch dass Europa zusammengewachsen ist", teilte Gabriel am Freitagabend mit. Das sei Kohls grosses Vermächtnis. "Es ist ein wirklich grosser Deutscher gestorben", schloss der SPD-Politiker seine Würdigung Kohls.

Auch vom deutschen Grünen-Chef Cem Özdemir erhielt Kohl die Würdigung als "grosser Europäer". Kohls Name werde für immer in Verbindung stehen mit "einem der grossartigsten Nachkriegsprojekte - der deutschen Wiedervereinigung."

1989 sei es Kohls Geistesgegenwart, seinem politischen Mut und seiner Führungsstärke zu verdanken, dass die Wiederherstellung der deutschen Einheit möglich wurde, sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz.

Wie ein Fels

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker liess im Gedenken an Helmut Kohl die Europaflaggen vor den europäischen Institutionen auf halbmast setzen. "Ohne Helmut Kohl gäbe es den Euro nicht", sagte Juncker.

Nur drei Menschen, Jean Monnet, Jacques Delors und Helmut Kohl hätten für ihre Verdienste für die europäische Zusammenarbeit die Ehrenbürgerschaft Europas erhalten, erinnerte Juncker.

Einer von Kohls Weggefährten, der frühere US-Präsident George H. W. Bush, würdigte den Alt-Bundeskanzler als "wahren Freund der Freiheit". "Er ist der Mann, den ich als einen der grössten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa ansehe", heisst es in einer Erklärung von Bush.

Bush war einer der US-Präsidenten, die während Kohls Amtszeit im Weissen Haus waren. Beide Politiker gelten als Väter der Deutschen Einheit. Bush bezeichnete sein damaliges Zusammenwirken mit seinem "sehr guten Freund" als "eine der grossen Freuden meines Lebens". Kohl sei in den damaligen Verhandlungen "wie ein Fels gewesen, also "sowohl standfest als auch stark".

Freund Israels

Kohl sei "einer der grössten Freunde des Staates Israel" und der Sicherheit des jüdischen Staates "vollkommen verpflichtet" gewesen, sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Kohls Sympathie für Israel und den Zionismus sei bei vielen Treffen mit ihm deutlich geworden, sagte Netanjahu.

Weitere Reaktionen auf Twitter:

Der deutsche Justizminister Heiko Maas.

CVP-Nationalrat Stefan Müller-Altermatt.

(sda/mwa)

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