Coronavirus

Coronavirus rund um den Erdball verbreitet

Das Coronavirus wütet in Europa vor allem in Italien. Der Mundschutz gehört im Belpaese mittlerweile in vielen Städten zum Alltag. (Archivbild)

Das Coronavirus wütet in Europa vor allem in Italien. Der Mundschutz gehört im Belpaese mittlerweile in vielen Städten zum Alltag. (Archivbild)

Die Zahl der Länder, in denen das Coronavirus nachgewiesen worden ist, nimmt weiter zu. Erstmals ist nun auch in Südamerika ein Verdachtsfall aufgetreten. Derweil steigt die Zahl der infizierten Personen und der Todesfälle in China weiter an.

Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Mittwoch mitteilte, kamen weitere 52 Menschen durch das Coronavirus ums Leben. Die Gesamtzahl der Opfer in China stieg damit auf 2715. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 406 auf über 78'000.

Sämtliche neuen Todesfälle und fast alle neuen Infektionen wurden aus der besonders betroffenen Provinz Hubei gemeldet, wo das Virus in der Millionenmetropole Wuhan ursprünglich ausgebrochen war. Auf den Rest des Landes entfielen nur noch fünf neue Infektionen.

Erster Fall in Südamerika

In Brasilien ist am Dienstag vermutlich der erste Coronavirus-Fall registriert worden, wie das Gesundheitsministerium des Landes auf Twitter mitteilte. Es könnte sich dabei auch um den ersten Fall in Südamerika überhaupt handeln.

In der offiziellen Mitteilung des Ministeriums hiess es, man untersuche zusammen mit den städtischen und bundesstaatlichen Gesundheitsbehörden einen Fall in Sao Paulo.

Diesen Fall soll nach einem Bericht des Portals G1 das Albert-Einstein-Krankenhaus festgestellt haben. Demnach habe ein 61 Jahre alter Mann, der zwischen dem 9. und 21. Februar nach Norditalien gereist war, die Symptome der Krankheit wie Husten gezeigt haben. Er sei nun zu Hause isoliert.

Einreiseverbot in El Salvador

El Salvador verhängt ein Einreiseverbot für Reisende aus Italien und Südkorea. Salvadorianische Staatsangehörige und Diplomaten, die aus diesen Ländern anreisen, müssen 30 Tage in Quarantäne verbringen, schreibt Präsident Nayib Bukele auf seinem Twitter-Account.

Südkorea verzeichnet die meisten Virusfälle in Asien ausserhalb Chinas. Die Gesamtzahl der mit dem Virus infizierten Personen stieg auf 1146. Die Zahl der Todesfälle nahm auf zehn zu. Von den neuen Fällen stammen 134 aus der Stadt Daegu, wo sich die Shincheonji-Kirche Jesu befindet, die mit Ausbrüchen in Verbindung gebracht wird.

Airlines und Hotels reagieren

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus auf immer mehr Länder dehnen Fluggesellschaften und Hotelketten ihre kostenfreien Stornierungs- und Umbuchungsmöglichkeiten aus. Bei Delta Air Lines kommen Reservierungen bis zum 2. März auf Flügen nach Bologna, Mailand und Venedig in Norditalien für eine Umplanung infrage.

Air Canada hat auch Teile Italiens in ihre Liste aufgenommen. United Airlines und American Airlines Group haben ihre kostenfreien Umbuchungsmöglichkeiten noch nicht auf weitere Länder ausgedehnt, man beobachte die Entwicklungen in Italien noch.

Hyatt Hotels gibt Reisenden aus Südkorea, Japan und Italien die Möglichkeit, ihre Hotelbuchungen kostenlos zu stornieren oder zu ändern. Die Stornierungen oder Buchungsänderungen bei Hyatt gelten für Buchungen, die bis zum 31. März getätigt werden, teilt der US-Hotelbetreiber auf seinem offiziellen chinesischen Social-Media-Konto auf WeChat mit.

Notstand in San Francisco

Die US-Westküstenmetropole San Francisco hat wegen Befürchtungen einer Ausbreitung des Coronavirus den Notstand ausgerufen. Dies sei ein "proaktiver" Schritt, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. "Zwar gibt es unter den Einwohnern von San Francisco noch keine bestätigten Fälle, aber die globale Lage ändert sich rasch und wir müssen die Vorsorge verstärken", sagte Bürgermeisterin London Breed.

Per Notstandserklärung können im Ernstfall rasch Gelder und andere Hilfsmittel mobilisiert werden. In Kalifornien wird bei Naturkatastrophen wie Waldbränden oder Erdbeben oft der Notstand ausgerufen, um Soforthilfe besser zu koordinieren.

Schulen in Hokkaido geschlossen

Das Schulamt in Japans nördlicher Präfektur Hokkaido wird der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge ab Donnerstag alle öffentlichen Grund- und Mittelschulen für einige Tage schliessen. In der Region sind bisher 35 mit dem Virus infizierte Personen bestätigt, darunter Schüler, Lehrer und Schulbusfahrer. Die japanische Regierung verspricht, ein Team von Spezialisten nach Hokkaido zu entsenden, um die grösste Anzahl an Erkrankungen ausserhalb Tokios einzudämmen.

Tokios Baseball-Team "Yomiuri Giants" wird zwei Vorsaisonspiele in einem leeren Stadion austragen. Der Schritt erfolgt, nachdem die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe Unternehmen aufgefordert hatte, ihrem Mitarbeitern Telearbeit nahezulegen und Veranstalter aufforderte, ihre Event-Pläne zu überdenken.

Italien stark betroffen

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien melden immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten am Dienstag von Covid-19-Fällen. In der Golf-Region droht sich das Virus ebenfalls auszubreiten.

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