"Der Grenzübergang ist nach den uns vorliegenden Plänen erst für den Freitag vorgesehen", sagte ein Mitarbeiter der französischen Bahn SNCF der Nachrichtenagentur dapd. Eine offizielle Bestätigung für den Zwischenhalt unweit der Grenze gab es aus Sicherheitsgründen nicht.

Der Sprecher des Pariser Innenministeriums, Pierre-Henri Brandet, sagte lediglich, noch sei weder über den Zeitplan noch die Strecke bis zur deutschen Grenze entschieden. Die Entscheidung hänge von Sicherheitsfragen und möglichen Versammlungen "gewaltbereiter Gruppen" ab.

Sollte der Zug mit den hoch radioaktiven Abfällen erst am Freitag Frankreich verlassen, würde wieder der ursprüngliche Fahrplan gelten. Erst vor einer Woche hatte die französische Bahn überraschend angekündigt, einen Tag früher als geplant die Behälter mit dem hochradioaktiven Abfall auf die Reise nach Deutschland zu schicken.

Auseinandersetzungen am Abend

Am Donnerstag protestierten Atomkraftgegner in Rheinland-Pfalz und Hessen friedlich an möglichen Streckenabschnitten gegen den Atomzug. Im pfälzischen Berg versammelten sich am Vormittag nach Polizeiangaben rund 250 Demonstranten. Laut Augenzeugen war die Polizei mit etwa genauso vielen Beamten und ohne schweres Gerät - wie Wasserwerfer - präsent.

Am Abend kam es im niedersächsischen Wendland zu Auseinandersetzungen. Einsatzkräfte setzten einen Wasserwerfer ein, die Polizei sprach von gut 800 Demonstranten. Es sollen Farbbeutel und Böller geflogen sein. Es kam zu Rangeleien, wobei mehrere Menschen durch Reizgas verletzt worden sein sollen.

Der Transport bringt deutschen Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague nach Gorleben in Niedersachsen. Bereits am Mittwoch hatte es in Frankreich erhebliche Proteste gegen den Castor-Transport gegeben.