Der Verurteilte muss zwölfeinhalb Jahre ins Gefängnis – die Staatsanwaltschaft hatte 13 Jahre verlangt. Seine Tat hatte im vergangenen Jahr viel Aufmerksamkeit erregt: Der heute 54-jährige Mann vergiftete Baby-Nahrung und legte sie in Geschäften in Friedrichshafen am Bodensee aus. Er hatte vor, 11,75 Millionen Euro von einer Handelsfirma zu erpressen.

Schon kurz nach der Tat legte er ein Geständnis ab. Das Landgericht Ravensburg folgte nun der Argumentation der Staatsanwaltschaft. Diese sah den Tatbestand des versuchten Mordes in fünf Fällen als erfüllt. Jedes vergiftete Glas habe eine tödliche Dosis enthalten, erklärte der zuständige Staatsanwalt. Gemäss dem Portal "Focus" sagte er, nur dank intensiver Polizeiarbeit – "aber wenn man ehrlich ist, auch einer ganz gehörigen Portion Glück" – sei kein Kind gestorben.

Vor Beginn des Prozesses Ende September hatte sich der Angeklagte selbst verletzt – er war daher nicht verhandlungsfähig. Wie der vorsitzende Richter verkündete, wurde der Mann bei einer Morgenkontrolle in der Justizvollzugsanstalt Ravensburg mit Schnittwunden am Unterarm gefunden. "Es steht auch im Raum, dass Schlafmittel genommen worden sind", hiess es. (mwa/sda)