In Kinshasa und Goma waren die Wahllokale wegen Problemen mit den Wahlmaschinen und verspätetem Beginn der Abstimmung länger geöffnet als ursprünglich angekündigt worden war.

Knapp 39 Millionen Bürger waren mit mehr als zweijähriger Verspätung zur Wahl eines Nachfolgers von Präsident Joseph Kabila aufgerufen. Dessen Partei stellte den früheren Innenminister Emmanuel Ramazani Shadary als Kandidaten auf. Reale Chancen haben neben Shadary die Oppositionskandidaten Felix Tshisekedi und Martin Fayulu. Abgestimmt wurde zudem über ein neues Parlament und neue Provinzregierungen.

Beanspruchung von Wahlsieg

Die Auszählung begann am Abend unter anderem in der Kommune Kintambo in Kinshasa und in mehreren Wahlzentren in Goma. In einem Wahllokal in Lubumbashi lag Fayulu nach Auszählung der 239 abgegebenen Stimmen in Führung. Kabilas Kandidat Shadary beanspruchte jedoch noch vor Schliessung der Wahllokale den Sieg für sich.

Kabila lobte in einer Fernsehansprache den Ablauf der Wahl in "Frieden und Würde". Auch die katholischen Bischöfe des Landes sprachen auf der Basis von Wahlbeobachtungen in 78 Prozent der Wahllokale von einem "relativ ruhigen" Ablauf des Urnengangs. In einem Viertel von Kinshasa seien jedoch Wahlunterlagen zerstört worden.

Bei einem Vorfall in einem Wahllokal in Walungu in der Provinz Süd-Kivu wurden ein Polizist, ein Mitarbeiter der Wahlbehörde und zwei Zivilisten getötet, wie der Wahlkampfleiter des Oppositionskandidaten Félix Tshisekedi am Sonntag sagte.

Im Vorfeld der Abstimmung hatten Beobachter Gewalt nach Schliessung der Wahllokale befürchtet. Ein vorläufiges Ergebnis der Präsidentschaftswahl soll nach Angaben der unabhängigen Wahlkommission (Céni) am 6. Januar verkündet werden.