«Erklärung von Pjöngjang»

Atomare Abrüstung, Militärübungen, Sanktionen: Das sind die Ergebnisse des Korea-Gipfels

Atomwaffenabbau: Hier unterzeichnen Kim und Moon ihr Abkommen

Hier unterzeichnen Kim und Moon ihr Abkommen.

Seit Kim Jong Unss Handschlag mit US-Präsident Donald Trump in Singapur ist nicht mehr viel passiert. Nun ruhen die Hoffnungen auf Gesprächen zwischen Pjöngjang und Seoul.

Donalds Trumps Treffen im Juni mit Kim Jong Un in Singapur sollte als Jahrhundert-Gipfel in die Geschichte eingehen, verband sich doch damit die Hoffnung, das Treffen zwischen dem US-Präsidenten und dem nordkoreanischen Machthaber könnte den derzeit gefährlichsten Atomkonflikt entschärfen. Doch längst ist Ernüchterung eingekehrt, die Verhandlungen stocken. Umso mehr ruhen die Hoffnungen auf den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-In, der in diesen Tagen nach Pjöngjang gereist ist und zum dritten Mal in diesem Jahr auf den nordkoreanischen Machthaber trifft. Was konnte Moon bislang erreichen?

Denuklearisierung

Kim und Moon unterzeichneten am zweiten Tag ihres Treffens die "Erklärung von Pjöngjang". Nordkoreas Machthaber bekräftigt darin seine grundsätzliche Bereitschaft zur Abrüstung. "Wir haben vereinbart, die koreanische Halbinsel zu einem Land des Friedens ohne Atomwaffen und ohne nukleare Bedrohung zu machen." Zudem soll Kim angeboten haben, Yongbyon zu schließen. Seine größte Atomanlage Anlage kann atomwaffenfähiges Plutonium erzeugen. Allerdings müssten die USA ihm mit "entsprechenden Maßnahmen" entgegenkommen.

Als ein Zeichen des guten Willens bot Kim an, vorab die Testanlage für Raketenantriebe an der Westküste abbauen zu lassen – und zwar unter Aufsicht internationaler Inspekteure. Nordkorea hat dort bislang seine ballistischen Interkontinentalraketen getestet. Allerdings ließ Kim auch weiter offen, wann und wie er sein Atomwaffenarsenal abbauen wird. Moon gab sich dennoch zuversichtlich. "Nordkorea beginnt die praktische Phase der nuklearen Demontage", sagte sein Sprecher.

Militärübungen

Zeitgleich zum Treffen zwischen Kim und Moon vereinbarten die Verteidigungsminister beider Staaten, ab dem 1. November ihre Militärübungen nahe der Demarkationslinie einzustellen. Zudem wollen sie im Meer eine Pufferzone im Grenzgebiet einrichten und dort keine Marinemanöver mehr abhalten. Auch Flugverbotszonen sollen eingerichtet werden.

Die Chancen für ein Ende dieser Manöver stehen nicht schlecht – zumal auch Trump in Singapur sagte, die Manöver seien "Kriegsspiele", die viel zu viel Geld kosteten. Allerdings protestiert Japan gegen diesen Schritt. Und auch in Südkorea gibt es im Militär Kräfte, die vor einem Ende der Manöver warnen.

Sanktionen

Offiziell gelten die Sanktionen der Vereinten Nationen gegen Nordkorea noch. Und Trump hat auch mehrfach betont, sie würden erst gelockert, wenn Nordkorea nuklear abgerüstet hat. Offenbar ist es Pjöngjang aber jetzt schon gelungen, die Sanktionen zu umgehen. UN-Experten haben einen deutlichen Anstieg von Treibstoff-Importen nach Nordkorea registriert – vor allem aus Russland und China.

Doch auch Moon hat Kim konkrete Angebote gemacht, unter anderem den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong wieder aufzunehmen. Die Fertigungsstätte bot bis vor zwei Jahren mehr als 50'000 Nordkoreanern Arbeit. Doch dafür müssten die Sanktionen gelockert werden. Dass Moon in Pjöngjang von den Chefs großer Unternehmen wie Samsung und Hyundai begleitet wird, zeigt: eine baldige Zusammenarbeit wird bereits vorbereitet.

Wie reagiert Trump?

Der US-Präsident hat die Ergebnisse in einer ersten Reaktion positiv bewertet. Nordkoreas Führung habe den dauerhaften Rückbau der Raketentest- und Startanlage im Beisein internationaler Inspekteure zugesagt, twitterte Trump. Das sei doch ein Erfolg. Moon will kommende Woche nach New York reisen und sich mit Trump über das weitere Vorgehen beraten.

Und wie war sonst die Stimmung?

Ausgesprochen freundlich. Schon der Empfang war für nordkoreanische Verhältnisse besonders. Noch nie hatte ein nordkoreanischer Führer den Staatschef eines anderen Landes am Flughafen abgeholt. Moon war der erste, dem am Montag diese Ehre zuteil wurde. Eine weitere Annäherung soll es im Sport geben: Süd- und Nordkorea wollen sich zusammen um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2032 bewerben. Zum Abschluss ihres Gipfels wollen Kim und Moon am Donnerstag Nordkoreas höchsten Vulkan, den Berg Paektu, besteigen. Der mehr als 2700 Meter hohe Berg gilt als friedensstiftend.  

Herzliche Begrüssung am Flughafen in Pjöngjang:

Korea-Gipfel:Herzliche Umarmung zwischen Kim und Moon

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