USA

Amok-Schützen hatten Bomben für weitere Angriffe im Haus

Zwei Angreifer stürmten eine Weihnachtsfeier erschossen 14 Menschen.

Zwei Angreifer stürmten eine Weihnachtsfeier erschossen 14 Menschen.

Es war der schwerste bewaffnete Angriff in den USA seit drei Jahren: Im Bundesstaat Kalifornien haben zwei Angreifer eine Weihnachtsfeier gestürmt und 14 Menschen erschossen. Im Haus der Schützen fand die Polizei Sprengsätze.

Die beiden Täter, ein 28-jähriger städtischer Angestellter von San Bernardino und seine Ehefrau, wurden später bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. US-Präsident Barack Obama schloss am Donnerstag einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Die beiden schwerbewaffneten Angreifer drangen am Mittwoch in Militärkleidung in ein Sozialzentrum ein und eröffneten in einem Saal voller Mitarbeiter das Feuer. Laut Polizei gaben sie zwischen 65 und 75 Schüsse ab. Ausserdem sei eine Rohrbombe entdeckt worden, die Fernzündung habe aber offenbar nicht funktioniert. Nach neuen Angaben wurden bei der Attacke auch 21 Menschen verletzt.

Wie der Polizeichef von San Bernardino, Jarrod Burguan, mitteilte, handelt es sich bei den mutmasslichen Schützen um den US-Bürger Syed Farook und dessen 27-jährige Frau Tashfeen Malik. Farook arbeitete demnach als Umweltexperte für die Gesundheitsbehörde der Stadt, deren Mitarbeiter zu der Weihnachtsfeier versammelt waren.

Das Ehepaar entkam zunächst in einem Geländewagen und lieferte sich später eine heftige Schiesserei mit der Polizei, bei der hunderte Kugeln abgefeuert wurden.

Werkzeug zum Bombenbau sichergestellt

Laut Burguan führten Farook und Malik mehr als 1600 Schuss Munition mit sich. Im Haus des Paares fanden die Ermittler rund 5000 weitere Schuss Munition und zwölf Rohrbomben. Ausserdem seien Werkzeuge zum Bombenbau sichergestellt worden. "Sie waren ausgerüstet", sagte Burguan. "Sie hätten eine weitere Attacke verüben können. Wir haben sie abgefangen, bevor das passieren konnte."

US-Präsident Barack Obama sagte am Donnerstag bei einem Treffen mit seinem Nationalen Sicherheitsrat im Weissen Haus, dass das Motiv der Täter noch nicht bekannt sei. "Es ist möglich, dass dies im Zusammenhang mit Terrorismus steht", sagte er. Ebenso sei ein Streit am Arbeitsplatz als Auslöser möglich.

Farook hatte an der Weihnachtsfeier seiner Kollegen teilgenommen, verliess diese aber offenbar nach einem Streit. Später kehrte er mit Malik zurück, bewaffnet mit Schnellfeuergewehren und halbautomatischen Handfeuerwaffen. Die Waffen seien legal erworben worden, sagte Burguan. Die Tat sei offenbar "zu einem gewissen Grad geplant" gewesen.

Farook wurde als gläubiger Muslim beschrieben, der aber nie als Fanatiker aufgefallen sei. Der kalifornische Ableger des Rates für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (CAIR) verurteilte die Tat.

Farooks Schwager, Farhan Khan, sagte bei einer CAIR-Pressekonferenz sichtlich schockiert, er wisse nicht, was zu dem Blutbad geführt haben könnte. Dem Sender NBC News sagte er, die beiden hätten am Morgen ihre sechs Monate alte Tochter bei Farooks Mutter gelassen, weil sie angeblich einen Arzttermin hatten.

Obama fordert erneut schärfere Waffengesetze

Einer Beobachtungsstelle zufolge war es bereits die 352. Schiesserei in den USA in diesem Jahr, bei der mindestens vier Menschen angeschossen wurden.

Obama mahnte erneut eine Verschärfung der Waffengesetze an: Es gebe "ein Muster von Massenschiessereien in diesem Land, das es nirgendwo sonst auf der Welt gibt", sagte er dem Sender CBS. Der Angriff vom Mittwoch war der blutigste in den USA seit dem Amoklauf in einer Grundschule in Newtown, bei dem vor drei Jahren 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet worden waren.

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