Terrorismus - Belgien

Abdeslam an Frankreich ausgeliefert – Anwalt: «Er hat die Intelligenz eines leeren Aschenbechers»

Fahndungsfoto von Salah Abdeslam. (Archiv)

Fahndungsfoto von Salah Abdeslam. (Archiv)

Der Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist von Belgien an Frankreich ausgeliefert worden. Damit kommen die Behörden einem europäischen Haftbefehl nach, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte.

Abdeslam, dem unter anderem eine Beteiligung an den Pariser Attentaten vom November mit 130 Toten vorgeworfen wird, sei am Mittwochmorgen an die französischen Behörden übergeben worden, teilte die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel mit.

Der 26-Jährige sei nach seiner Ankunft um 9.05 Uhr über die Haftgründe informiert worden. Noch im Laufe des Tages solle er einem Richter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft werde dabei beantragen, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen.

Ob Abdeslam auch an der Vorbereitung der Brüsseler Anschläge vom 22. März beteiligt war, ist bislang unklar. In Belgien wird ihm wegen einer mutmasslichen Beteiligung an einer Schiesserei mit Sicherheitskräften Mordversuch gegen Polizisten vorgeworfen.

Vor seiner Festnahme in Brüssel Mitte März - wenige Tage vor den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt mit 32 Toten - war er einer der meistgesuchten Terrorverdächtigen Europas.

Abfällige Äusserungen des Anwalts

Aussagen seines belgischen Anwalts Sven Mary schreiben zu diesem Fall Schlagzeilen: Er äusserte sich abfällig über seinen Mandanten: «Das ist ein kleines Arschloch aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, hervorgegangen aus der Kleinkriminalität, eher ein Mitläufer als ein Anführer. Er hat die Intelligenz eines leeren Aschenbechers, er ist von einer abgrundtiefen Leere.»

Die Äusserungen des Anwalts muss man allerdings vorsichtig beurteilen. Sie könnten auch Teil einer Verteidigungsstrategie sein, die Abdeslam bewusst als kleines Licht innerhalb der Terrorszene darstellen möchte.

Abdeslam wird die Beteiligung an den Pariser Attentaten vom November mit 130 Todesopfern vorgeworfen. Ob er auch an der Vorbereitung der Brüsseler Anschläge vom 22. März beteiligt war, ist bislang unklar.

Meistgesehen

Artboard 1