Waldshut
Zusammenarbeit in Energiefragen ist gefordert

Es brauche grenzüberschreitende Lösungen,damit die Hochrheinregion das kommende Zeitalter ohne Atomkraft meistern könne,sagten Politiker beider Länder.

Pirmin Kramer
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Der Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler (rechts) diskutierte mit deutschen Politikern über die Energiewende am Hochrhein. PKR

Der Aargauer Regierungsrat Peter C. Beyeler (rechts) diskutierte mit deutschen Politikern über die Energiewende am Hochrhein. PKR

Welches sind die Konsequenzen des Atomausstiegs für die Hochrheinregion, einer traditionelle Energiegegend? Diese Frage diskutierten in Waldshut Wissenschafter sowie Politiker aus Deutschland und der Schweiz. Sie waren sich einig, dass die Energiewende – ein Zeitalter ohne Atomkraft also – nur durch Energieeinsparungen bewältigt werden kann.

Dazu sei Kooperation zwischen den beiden Staaten nötig. «Die Instrumente der Energiepolitik müssen international harmonisiert werden», sagte Almut Kirchner, Marktfeldleiterin für Energie- und Klimaschutzpolitik. «Weder Deutschland noch die Schweiz kann langfristig einen energiepolitischen Alleingang machen.»

Solaranlagen und Biomasse

Tilman Bollacher, Landrat des Landkreises Waldshut, wünscht sich ebenfalls eine Kooperation. «Zwischen dem Kanton Aargau und dem Landkreis Waldshut haben wir ja schon traditionell eine ganz enge Zusammenarbeit in Energiefragen.» Er nannte etwa die Abstimmungsfragen in Zusammenhang mit dem geologischen Tiefenlager.

«Ich bin überzeugt, dass wir in Zukunft noch viel enger werden zusammenarbeiten können», sagte er am Rande der Podiumsdiskussion. «Wenn es um Windkraft geht, wenn es um Solaranlagen und wenn es um Biomasse geht, da können wir zusammenarbeiten und voneinander lernen», sagte Bollacher.

Energiepolitische Kooperation müsse langfristig geplant werden, so Peter C. Beyeler, Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. «Wir müssen für die Zusammenarbeit aber Ideen haben, und die zu suchen, ist eine Aufgabe.» Derweil sagte Julian Würtenberger vom Regierungspräsidium Freiburg: «In Mitteleuropa sitzen wir in Energiefragen alle im gleichen Boot.»

Lörrachs Landrat Walter Schneider sieht betreffend Biomasse und Windenergie ein grosses Potenzial für die Gegend. «Das Verständnis dafür muss aber geschaffen werden, sonst erreichen wir die gesetzten Ziele nicht.» Er nannte auch die CO2-Ziele. «50000 Menschen pendeln von Südbaden in die Schweiz. Die müssen langfristig CO2-frei reisen», sagte Schneider.

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