Zurzibiet
Als Alternative zum Hauptbahnhof in Zürich: Rheintalstrecke soll für geplante Landesausstellung «Svizra27» öffnen

Seit drei Jahren setzt sich die Arbeitsgemeinschaft Pro Wiba für die Wiedereröffnung der Bahnverbindung zwischen Koblenz und Laufenburg ein. Nun bringt deren Präsident die Strecke für die geplante Landesausstellung ins Spiel.

Stefanie Garcia Lainez
Drucken
Die Bahnlinie zwischen Laufenburg und Koblenz wird heute nur von Güter- und Servicezügen befahren.

Die Bahnlinie zwischen Laufenburg und Koblenz wird heute nur von Güter- und Servicezügen befahren.

Alex Spichale/Archiv

Die Landesausstellung «Svizra27» nimmt langsam Fahrt auf: Erst vor kurzem präsentierte der Trägerverein das Siegerprojekt des Expo-Wettbewerbs. Diese soll an neun verschiedenen Orten in der Nordwestschweiz stattfinden. «Damit diese Landesausstellung ein Erfolg wird, woran ich nicht zweifle, wäre eine bessere Anbindung der Nordwestschweiz an die Ostschweiz von Vorteil», schreibt nun Pierre-François Bocion. Er präsidiert die Arbeitsgemeinschaft Pro Wiba, die sich für die Reaktivierung der direkten Bahnverbindung Basel-Bad Zurzach- Winterthur einsetzt.

Seine Worte richtet Pierre-François Bocion an den Basler Architekten Pierre de Meuron, der mit einer Jury das Siegerprojekt kürte. «Die Bahninfrastruktur ist nach wie vor vorhanden», schreibt er weiter. St. Gallen und Frauenfeld seien über den Bahnhof Winterthur einfacher zu erreichen als über den grossen und ausgelasteten Hauptbahnhof Zürich. Er bittet den Architekten deshalb, seinen Einfluss beim Basler Regierungsrat geltend zu machen».

Rheintallinie und «Svizra27» im Zurzibiet initiiert

Das liege sicher im Interesse der Initianten der Landesausstellung, sagt auch Andreas Meier. Der Klingnauer Grossrat ist Mitglied der Pro Wiba und setzt sich mit Vorstössen im Grossen Rat für die Rheintalstrecke ein. Insbesondere auch, weil die Idee zur «Svizra27» ebenfalls aus dem Zurzibiet stammt: Der Lengnauer Kurt Schmid, Präsident des Trägervereins der Landesausstellung und Ehrenpräsident des Aargauer Gewerbeverbands, gab den Anstoss. Thierry Burkart, der unterdessen auch ins Surbtaler Dorf gezügelt ist, gehört zu den vier Vizepräsidenten. «Die Landesausstellung kann der Nordwestschweiz, und auch unserem Bezirk, Schub geben», sagt Andreas Meier.

Die Wiedereröffnung der Rheintallinie würde das ihrige dazu beitragen. Denn historisch bedingt habe die Region am Rhein einst pulsiert. Mit der Einführung des Taktfahrplans 1991 und der darauffolgenden Einstellung des Streckenabschnitts Laufenburg–Koblenz sei die Region aber abgehängt worden.

Dass die Rheintalstrecke bis in sechs Jahren auf die geplante Expo wieder öffnet, sei wohl kaum möglich, gibt Andreas Meier zu bedenken. «Die Pro Wiba plant etwas längerfristiger. Das Ziel ist, Linie nach dem Ausbauschritt 2035 wieder zu öffnen.» Es sei aber durchaus denkbar, die Rheintalbahnstrecke während der Landesausstellung temporär in Betrieb zu nehmen. «Das könnte den Weg für eine definitive Lösung ebnen.»

Dafür weibelt die Pro Wiba im Aargau. Das nächste Treffen mit dem Kanton bezüglich Studie zur Kostenermittlung findet noch im Dezember statt. Die Arbeitsgruppe wurde aber auch schon vorstellig in Winterthur und nutzt ihre Kontakte in Basel.

Aktuelle Nachrichten