Würenlingen
Würenlinger bestätigen Formbeton-Neubau

Die Ortsbürger haben einem Ersatzbau auf dem Formbetonareal für 4,915 Millionen Franken mit 246 ja zu 233 nein zugestimmt. Die Stimmbeteiligung lag bei 61,92 Prozent.

Angelo zambelli
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Dem Abbruch der alten Formbetonhalle steht nichts mehr im Weg. ZA

Dem Abbruch der alten Formbetonhalle steht nichts mehr im Weg. ZA

Gemeindeammann André Zoppi zeigte sich als Vertreter des Gemeinderates erleichtert über das Resultat des Urnengangs: «Die Würenlinger Ortsbürger hatten zweimal die Möglichkeit, über das Projekt abzustimmen – und sie haben zweimal ja gesagt. Natürlich hätte ich lieber ein klareres Ergebnis gehabt, aber die Zustimmung an der Urne eröffnet uns doch die Möglichkeit, aus dem Areal etwas Sinnvolles zu machen.»

Als wichtigste Arbeit nach dem Urnengang ist laut Zoppi, Unternehmen, die bereits vor der Abstimmung im Sommer Interesse an einem Einzug in die neue Formbetonhalle signalisiert hatten, definitiv an Bord zu holen und vertraglich zu binden. Der Zeitplan des Gemeinderates sieht vor, das Baugesuch noch vor Ende des Jahres aufzulegen, damit im Frühling mit den Bauarbeiten für die neue Formbetonhalle begonnen werden kann. Der Bezug der Räumlichkeiten durch Gewerbe und Industrie ist für Herbst/Winter 2012 geplant.

Die Gegner des Formbeton-Neubaus waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zustimmung und Ablehnung

Der Urnenabstimmung war ein Ping-Pong der Argumente unter den Befürwortern und den Gegnern eines Neubaus vorausgegangen. Die Befürworter argumentierten, mit dem Abriss der alten Halle und dem Ersatzbau könne das Areal optimal genutzt werden. Ohne Investition entstehe eine verwahrloste, Kosten verursachende Industriebrache. Mit dem Neubau würden keine Risiken eingegangen, weil Mietinteressenten bereits vorhanden seien.

Gegenteiliger Meinung war das Referendumskomitee: Mit dem Bauvorhaben auf dem ehemaligen Formbetonareal werde die bisherige Strategie der Würenlinger Ortsbürger ausgehebelt. Bis anhin sei die Ortsbürgergemeinde als Vermittlerin von Industrieland an Gewerbe- und Industrieunternehmen aufgetreten. Mit dem Formbeton-Neubau werde die Ortsbürgergemeinde zur Immobilienbesitzerin ohne entsprechende Infrastruktur.

Hohe Stimmbeteiligung

Mit dem Resultat von 246 ja zu 233 nein ist der Entscheid der Ortsbürgerversammlung vom Juni 2011 knapp bestätigt worden. Damals hatten die Würenlinger Ortsbürger dem Neubau auf dem Formbetonareal mit 40 ja zu 27 nein zugestimmt.

An der Ortsbürgerversammlung im Juni 2011 lag die Stimmbeteiligung noch unter der 10-Prozent-Marke. An der Urne kletterte sie auf beachtliche 61,92 Prozent. Ein Indiz dafür, dass das Geschäft für die 780 stimmberechtigten Würenlinger Ortsbürgerinnen und Ortsbürger von grosser Tragweite war.