Unteres Aaretal
Spitex-Betriebsleiter ist nach einem halben Jahr wieder weg

Im Verein für spitalexterne Hilfe und Pflege im unteren Aaretal haben mehrere Angestellte innert kurzer Zeit gekündigt – auch der Chef.

Daniel Weissenbrunner
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Die Spitex im unteren Aaretal (im Bild der Sitz in Döttingen) befindet sich personell und strukturell im Umbruch. dws

Die Spitex im unteren Aaretal (im Bild der Sitz in Döttingen) befindet sich personell und strukturell im Umbruch. dws

Die Klienten des Spitex-Vereins Döttingen-Klingnau-Koblenz erhielten zusammen mit der August-Rechnung ein Schreiben. Verfasst wurde es von Betriebsleiter Daniel Gerber. Die Mitteilung liess aufhorchen. Darin bat er die Leistungsbezüger um Verständnis. Es sei ihm ein wichtiges Anliegen, über die momentane betriebliche Situation zu informieren, schreibt Gerber weiter. Man befinde sich in einer akuten Umstrukturierungsphase, wobei umgehend organisatorische Sofortmassnahmen eingeleitet worden seien.

Die erwähnten Sofortmassnahmen sind nötig geworden, weil mehrere Spitex-Mitarbeiter innerhalb kurzer Zeit gekündigt hatten – darunter auch Daniel Gerber. Zu den genauen Gründen will sich der Betriebsleiter nicht äussern. Vergangene Woche hatte er seinen letzten Arbeitstag. Mit ihm verlassen auch die Ressortleiterin Pflege und Hauswirtschaft sowie zwei weitere Angestellte die Organisation im unteren Aaretal.

Pikant: Gerber trat die Stelle erst auf Anfang dieses Jahres an, als Nachfolger von René Swinnen, der in Pension gegangen war. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Bereich der Spitex-Betriebsführung und des Qualitätsmanagements war Gerber vom Anforderungsprofil her die Idealbesetzung für den Verein, der gegenwärtig rund 120 Personen betreut.

Nachfolge gefunden

Der Präsident Spitex Döttingen-Klingnau-Koblenz, Beat Erzer, will sich zum Abgang von Gerber ebenfalls nicht näher äussern. «Es waren individuelle Gründe.» Nur so viel: Man sei mit der Arbeit von Daniel Gerber zufrieden gewesen. Erzer legt auch Wert darauf, dass die einzelnen Kündigungen unabhängig voneinander erfolgt seien und nichts mit einem schlechten Betriebsklima zu tun hätten. Er räumt jedoch ein, dass der zeitliche Zusammenhang ungünstig sei.

Für den Verein, der rund 20 Angestellte beschäftigt sind, hatten die Kündigungen Folgen. Es musste temporär befristetes Pflegepersonal rekrutiert werden, was für die Betroffenen eine Umgewöhnung zur Folge hat. Entsprechend zeigten sich einige Kunden über die Situation besorgt. Durch den personellen Engpass sei es ausserdem in der Betreuung zu zeitlichen Verzögerungen gekommen. Beat Erzer bringt für die Sorgen seiner Klienten Verständnis auf und bedauert die entstandenen Umstände.

Gleichzeitig kann der Präsident Entwarnung geben. Die Spitex Döttingen-Klingnau-Koblenz hat eine Nachfolge für Daniel Gerber gefunden. «Die Person wird am 1. September ihre Stelle in antreten», so Erzer. Den Namen will er in den nächsten Tagen kommunizieren. Auch die Leitung des Ressorts Pflege und Hauswirtschaft konnte inzwischen neu besetzt werden.