Lengnau
Selbst die Insekten erhalten nun ihre eigenen Hotels – für nur 25 Franken

Der Frauenverein von Lengnau hat mit Unterstützung des Natur- und Vogelschutzvereins mit Familien Insektenhotels gebaut. In zwei Stunden hat man das Haus aus Holz gebaut.

Patrick Hersiczky
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Für den Bau eines Insektenhotels braucht es handwerkliches Geschick. Patrick Hersiczky

Für den Bau eines Insektenhotels braucht es handwerkliches Geschick. Patrick Hersiczky

Es riecht nach frischem Holz an diesem Samstagnachmittag in der alten Scheune von Roman und Silvia Müller an der Chratzstrasse in Lengnau. Ein Hämmern und das laute Brummen von Bohrmaschinen umrahmen das emsige Treiben der Kinder, die mit ihren Eltern ein Insektenhotel aus Holz bauen.

Dazwischen steht Willi Müller vom Natur- und Vogelschutzverein, der überall zur Hilfe eilt und auch mal selber Hand anlegt. Die Buben und Mädchen sind so in ihre Arbeit vertieft, dass sie nicht einmal das Knipsen des Fotoapparats hören.

Mehr als nur ein Bastelkurs

«Es dauert etwa zwei Stunden, bis ein Insektenhotel gebaut ist», erklärt Willi Müller, der zusammen mit dem Frauenverein Lengnau den Anlass organisiert hat. «Der Verein hat mich angefragt, ob ich eine solche Veranstaltung machen könne», so der pensionierte Metallbauer.

Für Müller ist es nicht das erste Mal, dass er mit Kindern Insektenhotels baut: «Wir haben schon in anderen Gemeinden eine solchen Anlass durchgeführt. In Lengnau ist es aber das erste Mal, und wir hätten schon etwas mehr als acht Familien erwartet.»

So ist es eine private handwerkliche Veranstaltung, die mehr ist als nur ein Bastelkurs für Kinder. Millimetergenau wird gebohrt und zusammengeschraubt. Die Mütter und Väter helfen eifrig mit, wo die Kraft ihrer Kinder nicht ausreicht.

Baubewilligung für Insektenhaus

«Für nur 25 Franken Materialkosten machen die Teilnehmer ein vogelhausähnliches Haus, in dem dereinst Insekten ihre Larven absetzen werden», erklärt Müller und ergänzt: «Wir beabsichtigen im September ein grosses Insektenhaus in Lengnau zu bauen. Dies wird etwa 1,50 Meter hoch.»

Dafür brauche er aber eine Baubewilligung, meint Müller mit einem Schmunzeln. Sagts und eilt weiter, um einem Kind beim Bohren eines Loches zu helfen. Und dies nicht nur mit handwerklichem Geschick, sondern auch mit grosser Leidenschaft und mit ebenso grossem Engagement.

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