FC Leibstadt
Morddrohung an FC-Präsident: Keine Anzeige

Wegen Disziplinarproblemen beim FC Leibstadt empfahl Präsident Peter Richard die erste Mannschaft aus der 2. Liga zurückzustufen. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus. Richard will jedoch keine Anzeige machen.

Maja Sommerhalder
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Präsident Peter Richard, Präsident beim FC Leibstadt.

Präsident Peter Richard, Präsident beim FC Leibstadt.

Angelo Zambelli

«Die Situation hat sich beruhigt. Ich werde doch keine Anzeige machen», sagte am Mittwoch Peter Richard, Präsident des FC Leibstadt. Nur wenige Stunden zuvor war er alles andere als ruhig. Denn ein Spieler drohte ihm am Dienstagmittag mit dem Tod, nachdem Richard ein Interview mit Radio Argovia zum Rückzug der ersten Mannschaft aus der 2. Liga gegeben hatte. Der Spieler kam zu Richard nach Hause und sagte, dass ihm etwas Schlimmes zustossen würde, sollte er noch einmal die Mannschaft öffentlich kritisieren.

«Mannschaft war entsetzt»

«Er hat mittlerweile eingesehen, dass er Mist gebaut hat. Auch die Mannschaft war sehr entsetzt, als sie von den Drohungen hörte», so Richard. Für ihn ist die Sache damit erledigt. Der FC-Präsident will jetzt, dass endlich Ruhe im Verein einkehrt. Seit Mittwochabend gibt es klärende Gespräche, am nächsten Dienstag nach der Vorstandssitzung will der FC Leibstadt bekannt geben, wie es weitergeht. «Wir glauben, dass der Sturm bald vorüberziehen wird.»
Tatsächlich erlebte der Fussballverein turbulente Zeiten. Vor elf Tagen kritisierte Präsident Richard die Spieler der ersten Mannschaft scharf. Er warf ihnen vor, dass sie sich in der Spielermetropole Las Vegas vergnügten, statt sich im Trainingslager vorzubereiten. Zudem war von mangelnder Disziplin und Charakter die Rede und dass sie die Trainings schwänzten und ihre Mitgliederbeiträge nicht bezahlen würden. Vor einer Woche kam es zum Eklat. Der Vorstand entschied mit zwei zu drei Stimmen, die Mannschaft in der laufenden Saison aus der zweiten Liga zurückzuziehen. Einige Vorstandsmitglieder und Spieler wehrten sich gegen diesen Entscheid.

Der Aargauische Fussballverband liess sich aber nicht davon beeinflussen und entschied am Montag, dass der Rückzugsentscheid des Vorstandes gültig ist. «Viele Spieler des FC Leibstadt sind gute ‹Typen›. Für diese tut mir der Abstieg als Disziplinarmassnahme sehr leid», sagt Präsident Richard. Auf Wunsch werden einige Spieler mit Leihvertrag an andere 2.-Liga-Mannschaften weitergegeben oder können in die 4.-Liga-Mannschaft des FC Leibstadt wechseln. In der nächsten Saison darf Leibstadt ein 3.-Liga-Team stellen.

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